Therapie nach Ellenbogenverletzungen

Indikationsgerechte Versorgung bei schweren Verletzungen sowie bei Reizungen und Überlastungen am Ellenbogengelenk

Therapie nach Ellenbogenverletzungen

Patientenindividuelle Therapie bei Ellenbogenverletzungen

Die Gründe für Schmerzen am Ellenbogen sind zahlreich. Ursachen können schwere Verletzungen (zum Beispiel Ellenbogenluxationen) oder Reizungen und Überlastungen des Ellenbogengelenks (zum Beispiel Epicondylopathie) sein.

Mit dem umfassenden Ellenbogen-Produktportfolio, bestehend aus Bandagen und Orthesen, bietet medi Lösungen für eine Vielzahl an Indikationen zur konservativen sowie postoperativen Versorgung an.

Mobilisation gegen Gelenksteife am Ellenbogen: Return to movement – return to activity

Die Ellenbogensteife ist meist eine Folge schwerer knöcherner oder weichteiliger Traumata. Aber auch leichtere Verletzungen, degenerative oder entzündliche Erkrankungen können die Bewegungsfähigkeit des Ellenbogens beeinträchtigen, den Einsatz der Hand behindern und zu deutlichen Einschränkungen im Alltag führen.

Für die frühfunktionelle Mobilisierung bietet medi mit der medi Epico ROM®s und der medi Epico active die optimale Therapieunterstützung.

medi Epico ROM®s

Für alle Indikationen, bei denen eine frühfunktionelle Mobilisierung mit Bewegungsbegrenzung des Ellenbogengelenks und Immobilisierung des proximalen Radius-Ulnar-Gelenks erforderlich ist.

    • Schwerwiegendere Verletzungen, die Stück für Stück Mobilisierung benötigen
    • Möglichkeit, das Handgelenk in Neutralstellung ruhigzustellen

    Return to movement: Optimaler Therapieverlauf durch stufenweise Einstellung der Beweglichkeit im Quick-Set-Gelenk.

Mehr Informationen zur medi Epico ROM®s

medi Epico active

Für alle Indikationen, bei denen eine Sicherung der physiologischen Führung des Ellenbogengelenks und / oder Entlastung des Gelenkapparates notwendig ist.

    • Sicherung der physiologischen Führung des Ellenbogengelenks
    • Entlastung des Gelenkapparates

    Return to activity: Ellenbogenorthese zur Führung und Stabilisierung mit Hyperextensionsschutz und Schutz vor unzuträglichen Varus- und Valguskräften.

Mehr Informationen zur medi Epico active


Entlastung und Stabilisierung: Ellenbogenbandagen und -orthesen bei Reizungen und Überlastungssyndromen

Auch Überlastungen und Reizungen am Ellenbogengelenk beeinträchtigen den Patienten im Alltag. Hier kommen medi Ellenbogenorthesen und -bandagen zum Einsatz: Sie unterstützen die Therapie unter anderem durch Entlastung der Sehnenansätze und Stabilisierung des Ellenbogengelenks.

Vorteile für Sie als Arzt, wenn Sie mit Ellenbogenorthesen und –bandagen von medi therapieren:

    • Indikationsgerecht: breites Produktsortiment
    • Patientenindividuell: hochwertige Patientenbetreuung
    • Wirtschaftlich: Ellenbogenorthesen und -bandagen sind verordnungsfähig und budgetneutral.

Rezeptbeispiele

 

 

Interview mit PD Dr. med. Siebenlist über die neue Leitline zur Ellenbogen Erstluxation

„Eine bewegliche Orthese ist für Patienten komfortabler als ein Gips und reduziert Scherkräfte.“

Die frühfunktionelle Therapie von Ellenbogenluxationen führt zu weniger Bewegungseinschränkungen beim Patienten als eine Gipsruhigstellung. Diese Erkenntnis ist nun in der neuen S2e-Leitlinie zur Ellenbogen Erstluxation verankert. Privatdozent Dr. med. Sebastian Siebenlist, leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Sportorthopädie am Münchener Klinikum rechts der Isar, wirkte federführend an der neuen Leitlinie mit. Er weiß: „Eine Ellenbogensteife ist eine schwere Komplikation. Daher streben wir in jedem Fall eine frühestmögliche Beübung im stabilen Bewegungsumfang an.“

Herr Dr. Siebenlist, warum wurde eine eigene Leitlinie speziell für die Ellenbogenluxation erstellt?

„Die Leitlinie richtet sich an alle traumatisch tätigen Chirurgen und Orthopäden. Die traumatische Ellenbogen Erstluxation, also das vollständige Ausrenken des Ellenbogengelenkes, wurde lange als einfache Verletzung angesehen. Man glaubte, sie sei mit konservativen Therapiemaßnahmen gut zu behandeln. Allerdings können auch bei der isoliert weichteiligen Luxation des Ellenbogens schwerwiegende Komplikationen auftreten, beispielsweise Gelenksteife, persistierende Instabilitäten oder Reluxationen. In den letzten Jahren verbesserten viele wissenschaftliche Untersuchungen das Verständnis der stabilisierenden Strukturen des Ellenbogens enorm. Die neue Leitlinie dient dem behandelnden Arzt nun als strukturierte Entscheidungshilfe für eine konservative oder operative Therapie und gibt entsprechende Behandlungspfade vor.“

Weshalb konzentriert sich die Leitlinie auf rein ligamentär-weichteilige Luxationen?

„Luxationsfrakturen gehen meist mit einem schweren Weichteiltrauma einher. Deshalb müssen sie fast immer operativ behandelt werden. Aber auch bei einer Luxation ohne knöcherne Verletzungen muss die Integrität der weichteiligen Stabilisatoren des Ellenbogens streng geprüft werden, um die passende Therapie einzuleiten. Neben den Ligament-Strukturen ist dabei vor allem das muskuläre Verletzungsausmaß relevant. Die Stabilisierung und Zentrierung des Gelenkes durch eine aktive Muskelführung tragen dazu bei, eine Gelenksteife zu verhindern. Nur wenn eine aktive muskuläre Stabilisierung gewährleistet ist, kann es durch eine funktionelle Therapie zum Ausheilen der Ligament-Strukturen kommen.“

Wobei entstehen Ellenbogenluxationen?

„Meistens entsteht eine Ellenbogenluxation durch einen Sturz auf den ausgestreckten Arm. Die im Moment des Sturzes auf den Arm einwirkenden Scherkräfte, sogenannte Valgus- und Varus- oder Rotationskräfte, bedingen dann das Luxieren des Gelenkes in verschiedene Richtungen. Die posteriore oder posterolaterale Luxation tritt dabei am häufigsten auf.“

Was ist das Hauptziel bei der Therapie von Ellenbogen Erstluxationen?

„Das Ziel jeder konservativen und auch operativen Therapie ist eine frühfunktionelle Beübung und Bewegung des Gelenkes, um sekundäre Komplikationen zu vermeiden. Denn eine längerfristige Ruhigstellung würde zu dauerhaften Funktionseinschränkungen führen.“

Durch die Therapie soll wieder die volle Range of Motion (ROM) hergestellt werden, allerdings ohne dabei das Gelenk zu überlasten. Was ist dabei zu beachten?

„Entscheidend ist ein funktionelles, aktives Trainingsprogramm innerhalb des sogenannten funktionellen Bewegungsbogens: ohne axiale Belastung, also ohne Stützbelastung, oder Scherkräfte während der ersten sechs Wochen nach dem Trauma.“

Warum ist es bei Ellenbogenverletzungen so wichtig, den Patienten wieder schnell zu mobilisieren?

„Die Vermeidung einer Gelenksteife und die Wiederherstellung der Gelenkstabilität sind maßgebliche Therapieziele. Eine Ellenbogensteife ist eine langwierige und schwere Komplikation. Daher streben wir in jedem Fall eine frühestmögliche Beübung im stabilen Bewegungsumfang an.“

Welche Maßnahmen verhindern Bewegungseinschränkungen und Reluxationen?

„Die aktive Gelenkzentrierung durch die übergreifenden Muskelgruppen, beispielsweise mit Extensoren und Flexoren, ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um eine sichere Beweglichkeit im stabilen Bewegungsbogen zu gewährleisten. In einer Überkopfposition wird die kongruente Zentrierung des Gelenkes mithilfe der Schwerkraft erleichtert. Zwischen den Therapieeinheiten rate ich zum Tragen einer beweglichen Gelenkorthese, um Schwerkräfte zu reduzieren. Die Bewegungsorthese sollte mindestens sechs Wochen getragen werden. Der Bewegungsbogen kann anfangs limitiert werden, um die Gelenkkongruenz im stabilen Bogen zu sichern.“

Besteht dazu ein standardisierter Therapieplan?

„Der Therapieplan richtet sich nach der Stabilität des Gelenkes und der Gelenkkongruenz. Je nachdem, ab welchem Bewegungsgrad eine Reluxationstendenz besteht, werden Therapieprogramm und Bewegungslimit mittels einer Bewegungsorthese festgelegt.“

Wann muss der Patient operativ und wann kann er konservativ versorgt werden?

„Die meisten weichteilig-ligamentären Luxationen können durch die genannten Maßnahmen erfolgreich konservativ behandelt werden. Bei einer erfolglosen geschlossenen Reposition, einer offenen Luxationsverletzung und bei einer Reluxation innerhalb des funktionellen Bogens bei weniger als 30 Grad Beugung ist die Operation indiziert. Erreicht man durch eine konservative Therapie keine Gelenkzentrierung, sollte das Gelenk frühzeitig operativ stabilisiert werden. Bei hoher Gelenkbelastung, beispielsweise im beruflichen oder sportlichen Bereich, ist eine initiale operative Therapie mit dem Patienten zu diskutieren. Danach kann der Patient frühzeitig in die Belastung zurückgeführt werden.“

Die frühfunktionelle Therapie weist eine kürzere Rekonvaleszenzzeit auf als die Gipsruhigstellung. Wie sieht die Alternative zur Gipsruhigstellung aus?

„Wissenschaftliche Untersuchung belegen klar: Eine frühfunktionelle Therapie ohne eine mehr als dreiwöchige Ruhigstellung führt zu einem verbesserten funktionellen Outcome und sorgt so für geringere Bewegungseinschränkungen. Wird das Gelenk nach der Reposition mit einem Gips ruhiggestellt, kann dieser durch eine bewegliche Orthese nach Abschwellen der Weichteile meist schon innerhalb der ersten Woche ersetzt werden. Das ist für den Patienten wesentlich komfortabler und bietet trotzdem eine geführte Gelenkbewegung – die Compliance des Patienten vorausgesetzt.“

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Verwendung von Gips oder Alternativen gemacht? Welches Schema verfolgen Sie in der täglichen Praxis?

„Ich verwende nur noch direkt nach einem Unfall kurzfristig eine Gipsschiene – bis die Weichteile konsolidiert sind. Für eine konservative Therapie evaluieren wir nach einer Woche die aktive Beweglichkeit der Patienten und passen eine Bewegungsorthese an, unter Umständen mit Limitierung des stabilen Bewegungsbogens. Auch postoperativ nutze ich regelmäßig eine Bewegungsorthese für insgesamt sechs Wochen. Einen Gips verwende ich nur kurzfristig postoperativ bis zur trockenen Wundheilung.“

Müssen Patienten, die ellenbogenbelastende Sportarten betreiben, nach erstmaliger Ellenbogenluxation gänzlich darauf verzichten?

„Keinesfalls: Mit einem wie in der Leitlinie beschriebenen strukturierten Diagnostik- und Therapieplan ist die folgenlose Ausheilung einer Ellenbogenluxation möglich. Das heißt, die Patienten können dann auch wieder ellenbogenbelastenden Sport treiben. In der frühen Rehabilitationsphase empfehlen wir neben aktiven Trainingseinheiten auch gelenkstabilisierende Sportorthesen.“

Können Patienten mit verbleibender Instabilität auch ohne Operation wieder sportlich aktiv werden? Kann dabei zum Beispiel eine Bandage unterstützen?

„Bei einem instabilen Gelenk und hohem sportlichem Anspruch des Patienten ist in jedem Fall eine stabilisierende Operation anzuraten, um sekundäre Gelenkschäden oder eine Reluxation zu vermeiden. Bandagen oder Sportorthesen sollten nach einer Stabilisierungsoperation additiv verwendet werden. Eine alleinige Bandagen-Behandlung ist gerade bei hoher sportlicher Belastung nicht ausreichend, um die Instabilität zu kompensieren.“

Herr Dr. Siebenlist, vielen Dank für das Gespräch.

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Tel.: 0921 912-977 | Fax: 0921 912-377 | E-Mail: aerzte.service@medi.de | Mo.- Fr. 8.00 - 17.00 Uhr

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