Verordnung von medizinischen Hilfsmitteln

Wissenswertes und Rechtliches

Medizinische Hilfsmittel – eine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung

  • Medizinische Hilfsmittel, wie Bandagen, Orthesen oder medizinische Kompressionsstrümpfe, sind sächliche medizinische Leistungen, die Sie zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnen können.
  • Basis für die Verordnung bilden die „Hilfsmittel-Richtlinie“ sowie das „Hilfsmittelverzeichnis“.

Medizinische Hilfsmittel – frei von Budgets und Richtgrößen!

Die Verordnung von medizinischen Hilfsmitteln ist frei von Budgets und Richtgrößen, sofern Sie

  • Hilfsmittel nicht zusammen mit Arznei- oder Heilmitteln auf einem Rezept verordnen.
  • Auf dem Rezept das Feld Nummer 7 mit der Ziffer „7“ markieren.

Für die Verordnung gilt lediglich das Wirtschaftlichkeitsgebot (§ 12 SGB V). Sie muss ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein.

Medizinische Hilfsmittel – Einzelproduktverordnung ist möglich!

Hilfsmittelnummer medi Einzelprodukt
Aufbau der Hilfsmittelnummer am Beispiel medizinischer Kompressionsstrümpfe
  • In der Verordnung soll das Hilfsmittel so eindeutig wie möglich bezeichnet werden. Es sind alle für die individuelle Versorgung oder Therapie erforderlichen Einzelangaben zu machen. (Vgl. „Hilfsmittel-Richtlinie“, § 7, Abs. 2, Satz1)
  • Eine spezifische Einzelproduktverordnung ist möglich, wenn Sie als Arzt es für erforderlich halten, ein spezielles Hilfsmittel einzusetzen. (Vgl. „Hilfsmittel-Richtlinie“, § 7, Abs. 3, Satz 3)
  • So funktioniert die Einzelproduktverordnung: Verwenden Sie die im Hilfsmittelverzeichnis genannte 10-stellige Positionsnummer und den Produktnamen. Steht nur die 7-stellige Positionsnummer oder die Produktart auf dem Rezept, überlassen sie die Auswahl des Einzelprodukts dem medizinischen Fachhandel.
  • Tipp: Führen Sie in diesem Fall immer eine individuelle Begründung auf dem Rezept an. Ein Grund kann zum Beispiel die besonders gute Erfahrung mit einem spezifischen Einzelprodukt bei einer bestimmten Indikation sein oder funktionale Gründe beziehungsweise einzelne Produktmerkmale, die im konkreten Fall wesentlichen Einfluss auf den Therapieerfolg haben.

Medizinische Hilfsmittel – für eine Mehrfachausstattung sprechen gute Gründe

Eine Mehrfachausstattung mit funktionsgleichen Hilfsmitteln ist aus medizinischen, hygienischen oder sicherheitstechnischen Gründen notwendig oder aufgrund der besonderen Beanspruchung durch den Patienten zweckmäßig und wirtschaftlich. (Vgl. „Hilfsmittel-Richtlinie“, § 6, Abs. 8, Satz1)

Medizinische Hilfsmittel – wo genau liegt der Unterschied zu Heilmitteln

  • Medizinische Hilfsmittel sind sächliche medizinische Leistungen wie Bandagen oder Kompressionsstrümpfe. Heilmittel hingegen sind persönlich erbrachte medizinische Leistungen, insbesondere Leistungen der Physiotherapie, der Sprachtherapie und der Beschäftigungstherapie.
  • Die Hilfsmittelverordnung hat Vorrang vor der Heilmittelverordnung. Vor jeder Heilmittelverordnung muss der Arzt prüfen, ob das angestrebte Behandlungsziel auch durch einer Arznei- oder Hilfsmittelverordnung qualitativ gleichwertig und kostengünstiger realisiert werden kann. Ist dies der Fall, haben diese Maßnahmen Vorrang vor einer Heilmittelverordnung. (Vgl. § 9 Wirtschaftlichkeitsgebot der Heilmittelrichtlinie)

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