Medizinisch-wissenschaftliche Informationen zur Gonarthrose

Gonarthrose-Patienten profitieren von Kniegelenksentlastungsorthesen

Medizinisch-wissenschaftliche Informationen zur Gonarthrose

Entlastungsorthesen führen bei Gonarthrose-Patienten zu einer signifikanten Schmerzreduktion

In der aktuellen S2k-Leitlinie zur Gonarthrose wird bei varischen Degenerationen der Einsatz von Entlastungsorthesen am Kniegelenk (unloader braces, zum Beispiel M.4s OA) empfohlen.

Signifikante Schmerzreduktion

Klinische Studien belegen, dass das Tragen von Kniegelenksorthesen zu einer signifikanten Schmerzreduktion führt. Zusätzlich stellen Kniegelenksentlastungsorthesen im Hinblick auf eine valgisierende hohe tibiale Osteotomie (HTO) ein sehr gutes Diagnosetool dar: So kann bereits präoperativ geprüft werden, ob eine HTO bei Grenzindikationen postoperativ den zu erwartenden Nutzen zeigt. Dies wurde von Minzlaff et al. im sogenannten „Brace-Test“ mit der Kniegelenksorthese M.4s OA untersucht.2

Auch auf die Kniegelenksfunktion haben Kniegelenksorthesen einen positiven Einfluss, wie Müller-Rath et al. in einer ganganalytischen Untersuchung nachgewiesen haben.3

Nähere Information – unter anderem zu Leitlinienempfehlungen, Studiendesign oder Studienergebnissen – finden Sie unter den jeweiligen Reitern.

Leitlinien

S2k-Leitlinie „Gonarthrose“: Leitliniengerechte Therapie mit Orthesen1

Zur effektiven konservativen Behandlung der Gonarthrose wird in der aktuellen S2k-Leitlinie der Einsatz von Einlagen, Schuhzurichtungen am Konfektionsschuh sowie Orthesen empfohlen. Die Leitlinie verweist dabei ausdrücklich auf die Evidenznachweise hinsichtlich

  • Schmerzreduktion und
  • funktionellen Verbesserungen.

Die leitliniengerechte, konservative Therapie bei Gonarthrose-Patienten wird unter anderem mit einer klinischen Studie belegt, in der die medi Entlastungsorthese M4s OA eingesetzt wurde.

Nähere Informationen zu der Studie finden Sie unter dem Reiter "Klinische Studien".

Die komplette S2k-Leitlinie "Gonarthrose" können Sie unter www.awmf.org herunterladen. 

Klinische Studien

M.4s OA – Studie bestätigt Schmerzreduktion und funktionelle Verbesserung bei Varus-Gonarthrose3

Die Ergebnisse einer ganganalytischen Untersuchung von Müller-Rath et al. haben Eingang in die S2k-Leitlinie „Gonarthrose“ gefunden: In dieser prospektiven, randomisierten klinischen Studie wurde untersucht, welchen Einfluss das Tragen der Kniegelenksentlastungsorthese M.4s OA auf die Beschwerden von Patienten mit symptomatischer Varusgonarthrose hat. 

Laden Sie sich die Veröffentlichung der Studie hier herunter.

M.4s OA – die Orthese als Prädiktor für eine erfolgreiche hohe tibiale Umstellungsosteotomie²

Bei Varusgonarthrose gilt die valgisierende hohe tibiale Umstellungsosteotomie (HTO) als eine Standardbehandlung. Damit werden gute bis exzellente Ergebnisse bei Patienten mit klarer OP-Indikation erzielt. Diese ist aber nicht immer zwingend gegeben. Folglich stellt sich im Falle von Grenzindikationen daher sowohl dem Arzt als auch dem Patienten präoperativ die Frage, ob eine Umstellungsosteotomie postoperativ die gewünschte Schmerzlinderung zur Folge hat.

Diagnose-Tool „Brace-Test“

Deshalb entwickelten Minzlaff et al. in einer prospektiven, klinischen Studie ein Diagnose-Tool, den sogenannten „Brace-Test“: Er liefert präoperativ Informationen und erlaubt eine Einschätzung, ob eine valgisierende HTO bei der jeweiligen Indikation des Patienten einen positiven Effekt zeigt. 

Die Veröffentlichung der Studie können Sie sich hier herunterladen.

Die wichtigsten Ergebnisse können Sie – kurz und knapp – im Scientific Summary nachlesen. Dieses finden sie unter dem Reiter „Scientific Summaries“.

Scientific Summaries

Scientific Summary – Aktuelles aus der Wissenschaft zur Indikation Varus-Gonarthrose

Die Scientific Summaries geben Ihnen übersichtlich, kurz und kompakt einen Überblick zu

  • den aktuellen Ergebnissen aus klinischen Studien,
  • zu Leitlinienempfehlungen oder
  • sonstigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Laden Sie sich die Zusammenfassung hier herunter:

Nicht nur im kontrollierten Umfeld klinischer Studien konnte der Nutzen von Kniegelenksorthesen nachgewiesen werden: Auch Patienten bestätigen ein positives subjektives Empfinden bei der Anwendung von orthopädischen Hilfsmitteln wie Bandagen und Orthesen im Alltag. 

Lesen Sie mehr zu der repräsentativen Patientenumfrage unter dem Reiter "Patientenumfrage".

Patientenumfrage Allensbach II

Patientenumfrage bestätigt: Positive Wirkung bei der Nutzung medizinischer Hilfsmittel4

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat fünf Jahre nach einer ersten Befragung (im Jahr 2014) zur Nutzung von medizinischen Hilfsmitteln (Bandagen / Orthesen, medizinische Kompressionsstrümpfe und Einlagen) eine zweite Umfrage durchgeführt. Diese bestätigt die Ergebnisse der ersten Befragung. Die aktuellen Umfragewerte zeigen, dass der Bedarf und die Nutzung medizinischer Hilfsmittel weiter steigen. Besonders dem Einsatz von Bandagen und Orthesen am Kniegelenk kommt hier eine große Bedeutung zu. 43 Prozent der Patienten gaben an, dass sie eine Kniebandage beziehungsweise -orthese tragen.

Alle Ergebnisse der Befragung können Sie unter www.eurocom-info.de herunterladen.

Quellen

1Stove et al. S2k Leitlinie: Gonarthrose, Stand: 18.12.2017. Online veröffentlicht unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/033-004l_S2k_Gonarthrose_2018-01_1.pdf (Letzter Zugriff: 22.07.2019)
2Minzlaff P et al. Valgus bracing in symptomatic varus malalignment for testing the expectable “unloading effect” following valgus high tibial osteotomy. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc 2015;23(7):1964-1970.
3Müller-Rath R et al. Clinical and Gait Analytical Investigation of Valgus Knee Bracing in Therapy for Medial Degenerative Joint Disease of the Knee. Z Orthop Unfall 2011;149(2):160-165.
4eurocom e. V.: Repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag von eurocom e. V. Online veröffentlicht unter: https://www.eurocom-info.de/wp-content/uploads/2019/08/Allensbach-Broschüre_Webversion.pdf. (Letzter Zugriff: 28.10.2019)