Gonarthrose-Therapie

Orthopädische Hilfsmittel bei degenerativen Erkrankungen des Kniegelenkes

Gonarthrose-Therapie

Das ganzheitliche Konzept zur Therapie bei Gonarthrose

Gonarthrose ist eine häufige Erkrankung bei Erwachsenen mit einer hohen Prävalenz in der Gruppe der über 60-Jährigen. Die Merkmale: progressive Zerstörung des Gelenkknorpels unter Mitbeteiligung der Gelenkstrukturen wie Bänder, Knochen, synovialer und fibröser Gelenkkapsel sowie periartikulärer Muskulatur. Klinisch imponiert die Erkrankung mit entzündlichen und nicht entzündlichen Phasen. Nur ein Teil der Patienten mit radiologisch diagnostizierten Veränderungen hat Funktionsstörungen oder Schmerzen.1

Der chronische Verlauf ohne Aussicht auf Heilung erfordert langfristiges Vertrauen in der Arzt-Patienten-Beziehung.  

Leitliniengerechte Behandlung bei Gonarthrose nach der S2k-Leitlinie

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) hat als federführende Fachgesellschaft im Januar 2018 eine S2k-Leitlinie zu Gonarthrose herausgegeben.1 Diese enthält Schlüsselempfehlungen für die Therapie:  

Jeder Patient braucht einen individuellen Therapieplan. Patientenindividuelle Kriterien sollten bei der Wahl der entsprechenden konservativen beziehungsweise operativen Therapieform mit einbezogen werden, beispielsweise:

  • der Schmerzgrad
  • das Aktivitätslevel
  • die Fehlstellung
  • das Alter des Patienten
  • das Ausmaß der Arthrose

In Abhängigkeit des Erkrankungsstadiums und der patientenindividuellen Faktoren sollte eine Operation erst dann erwogen werden, wenn die konservative Therapie die Schmerzfreiheit und Beweglichkeit nicht ausreichend wiederherstellen kann.

Das medi Gonarthrose-Therapiekonzept ist Teil der in der S2k-Leitlinie aufgeführten konservativen Therapiemaßnahmen und umfasst die folgenden Therapiephasen: 

Entlastung und Stabilisierung in der konservativen Gonarthrose-Therapie

Wichtige Aspekte bei der konservativen Behandlung der Gonarthrose sind Entlastung und Stabilisierung. Beides kann der behandelnde Arzt durch den Einsatz von Orthesen erzielen. Evidenz-Nachweise belegen eine Schmerzreduktion und funktionelle Verbesserungen.1

Entlastungsorthesen am Kniegelenk (unloader braces) arbeiten nach dem 3-Punkt-Prinzip.1

So kann der Einsatz von Orthesen eine Varus- oder Valguskorrektur der Beinachse bewirken. Das überlastete Kompartiment wird somit entlastet: Es kommt zu einer Schmerzlinderung für den Patienten.

Belastung ohne Orthese

Belastung ohne Orthese

Belastung mit Orthese

Belastung mit Orthese: Schutz durch 3-Punkt Prinzip

Knieadduktionsmoment wird durch die Orthese signifikant reduziert

Im Vordergrund der Therapie steht hier insbesondere die mediale Gonarthrose. Sie entsteht, wenn das Adduktionsmoment im Kniegelenk erhöht ist.1 Zahlreiche biomechanische Studien haben gezeigt, dass das Knieadduktionsmoment durch eine Orthese signifikant reduziert werden kann.

Müller-Rath und Kollegen stellten 2011 eine randomisierte klinische und ganganalytische Studie mit der medi Entlastungsorthese M4s OA vor.2 Die über einen Zeitraum von 16 Wochen getragene Orthese führte bei den Patienten zu positiven Ergebnissen:

  • eine signifikante Reduktion des Knieadduktionsmomentes
  • eine Verbesserung der Befindlichkeitsskala
  • eine signifikante Verbesserung von funktionellen Knie- und Schmerzscores (Tegner-, Insall-, Lequesne-, WOMAC-Score, VAS) 

Brace-Test vor operativer Umstellungsosteotomie

Die valgisierende hohe tibiale Osteotomie (HTO) ist eine etablierte Behandlungsmöglichkeit bei Varusgonarthrose. Eine valgisierende Kniegelenksorthese hat durch mediale Druckentlastung einen Effekt, der mit der HTO durchaus vergleichbar ist.

Die Studie2 zeigt: Der Brace-Test mit der Orthese M4s OA ist bei Patienten mit Grenz-Indikationen für eine valgisierende HTO gut geeignet. Er gibt dem Chirurgen und dem Patienten präoperativ zusätzliche Informationen über das zu erwartende postoperative klinische Ergebnis und ermöglicht eine Einschätzung zur postoperativen Schmerzreduktion.3

Patientenindividuelle Faktoren beeinflussen die Verordnung

Bei der Wahl der Therapiemaßnahme und des entsprechenden Hilfsmittels ist es sinnvoll, patientenindividuelle Kriterien wie beispielsweise Schmerzgrad, Schweregrad der Arthrose und Bewegungsausmaß mit zu berücksichtigen.1

Vorteile für Sie als Arzt, wenn Sie patientenindividuell mit Knieorthesen therapieren

  •  Indikationsgerecht1,2
  • Entlastung am Kniegelenk
  • Schmerzreduktion
  • funktionelle Verbesserung
  • Patientenindividuell: breites Produktsortiment, hochwertige Patientenbetreuung
  • Wirtschaftlich: Knieorthesen sind verordnungsfähig und budgetneutral
medi Soft OA lightmedi Soft OAM.4s OA comfort
Schmerzgradgeringmoderathoch
Aktivitätsgradgeringhochmoderat
Fehlstellungleichtmoderathoch
Instabilitätleichtmoderathoch
ArthrosegradGrad 1-2Grad 2-3Grad 3-4


Rezeptbeispiel

Kontakt für Ärzte

Tel.: 0921 912-977 | Fax: 0921 912-377 | E-Mail: aerzte.service@medi.de | Mo.- Fr. 8.00 - 17.00 Uhr

Quellen:

1 S2k-Leitlinie Gonarthrose. AWMF-Registernummer 033 – 004; Stand 18.12.17. Online veröffentlicht unter: www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/033-004.html (Letzter Zugriff 05.09.2018).

2 Müller-Rath R et al. Klinische und ganganalytische Untersuchung einer valgisierenden Kniegelenkentlastungsorthese in der Therapie der medialen Gonarthrose. Z Orthop Unfall 2011;149(2):160-165.

3 Minzlaff P et al. Valgus bracing in symptomatic varus malalignment for testing the expectable "unloading effect" following valgus high tibial osteotomy. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc 2015;23(7):1964-1970.

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