Knieschmerzen

Knieschmerzen zählen in Deutschland zu den Volksleiden

Knieschmerzen

Knieschmerzen zählen in Deutschland zu den Volksleiden

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Jeden Tag ist es enormen Belastungen ausgesetzt. Über die Zeit kann dies zu Abnutzungserscheinungen führen. Außerdem ist das Knie sehr verletzungsanfällig. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen über Schmerzen im Knie klagen. In Deutschland zählen Knieschmerzen zu den Volksleiden.

Anatomie des Kniegelenks

Anatomie des Kniegelenks
Das Kniegelenk

Das Knie bzw. Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Das Kniegelenk ist ein Dreh-Scharniergelenk. Es ermöglicht die Beugung und Streckung des Beins sowie eine leichte Ein- und Auswärtsdrehung in gebeugtem Zustand.

Ursachen von Knieschmerzen

Knieschmerzen können aufgrund des komplexen Aufbaus des Kniegelenks viele Ursachen haben. Sie lassen sich jedoch in Knieschmerzen infolge von Verletzungen und in Knieschmerzen infolge von Abnutzungserscheinungen unterteilen.

Während bei jungen Menschen häufig eine Knieverletzung (beispielsweise beim Sport) Schmerzen verursacht, stecken bei älteren Menschen meist Abnutzungserscheinungen im Kniegelenk dahinter. Aber es gibt auch weitere Faktoren, die Knieschmerzen verursachen können (z. B. Überbelastungen beim Sport oder erbliche Faktoren wie z. B. eine angeborene Beinfehlstellung). Nur eine gründliche ärztliche Untersuchung kann im Einzelfall die genauen Ursachen der Knieschmerzen klären.

Knieschmerzen infolge von Verletzungen

Akute Knieverletzungen entstehen durch mechanische Krafteinwirkung von außen (z. B. Prellungen, Tritte oder Stöße bei einem Autounfall oder beim Sport). Folgende anatomische Strukturen sind oft betroffen: 

  • Seitenbänder (Außen- oder Innenband) 
  • Kreuzbänder (vorderes Kreuzband, hinteres Kreuzband) 
  • Menisken (Innen-, Außenmeniskus) 
  • Kniescheibe (z. B. Patellaluxation)
  • Knorpel 
  • Knochen

Risikosportarten für Knieverletzungen sind insbesondere Fußball, Alpin-Ski, Handball oder Basketball. 

Experten empfehlen als Sofortmaßnahme bei akuten Knieverletzungen nach der sogenannten PECH-Regel vorzugehen:

P (PAUSE: Knie ruhigstellen)
E (EIS: Knie rasch kühlen, um Schwellungen zu vermeiden)
C (COMPRESSION: Druckverband oder Bandagen anlegen, um Schwellungen entgegenzuwirken)
H (HOCHLAGERN: Bein hochlagern, um Blutrückfluss zu verbessern)

Knieschmerzen infolge von Verschleißerscheinungen

Unsere Kniegelenke sind Tag für Tag enormen Belastungen ausgesetzt. Über die Zeit kann dies zu Verschleißerscheinungen führen, die mit einem Abbau der Knorpelmasse einhergehen. Die Stoßdämpferfunktion des Knorpels leidet und es kann zu Steifigkeitsgefühlen und Schmerzen kommen.

Daher leiden immer mehr Menschen mit zunehmenden Alter an Kniearthrose (Gelenkverschleiß). Bei der Kniearthrose (Gonarthrose) handelt es sich um einen fortschreitenden Prozess. Im Frühstadium treten die Knieschmerzen nur ab und zu auf (z. B. bei Belastung, nach längerer Ruhe) auf. Im fortgeschrittenen Stadium ist der Knorpelschaden bereits so weit ausgedehnt, dass die Knochen praktisch aufeinander reiben. Die Schmerzen treten öfters und intensiver auf.

Symptome von Knieschmerzen

Knieschmerzen können akut oder chronisch auftreten:

  • Akute Knieschmerzen treten plötzlich auf – wie beispielsweise nach Verletzungen.
  • Chronische Knieschmerzen zeigen sich schleichend – anfangs leicht und mit der Zeit verschlimmern sie sich – wie beispielsweise bei einer Kniearthrose.

Qualität des Knieschmerzes: Wie tut es weh?

  • Ziehen, Drücken, Stechen, krampfartiger Schmerz oder dumpfer Dauerschmerz
  • Äußerliche Kennzeichen: Ergüsse, Rötungen, Schwellungen, Erwärmung, Bewegungseinschränkung

Lokalisation des Knieschmerzes: Wo tut es weh?

  • Innenseite (z. B. Innenbandverletzung, Innenmeniskusverletzung, O-Beine)
  • Außenseite (z. B. Außenbandverletzung, Außenmeniskusverletzung, X-Beine)
  • Vorderer Knieschmerz (z. B. Patellaspitzensyndrom, Morbus-Osgood-Schlatter, patellofemorales Schmerzsnyndrom aufgrund muskulärer Dysbalancen)
  • Hinterer Knieschmerz (Kniekehle, z. B. Baker-Zyste)

Situationsabhängigkeit: Wann tut es weh?

  • Unter Belastung (z. B. beim Joggen, beim Treppensteigen)
  • Nach längerer Ruhe (z. B. nach langem Sitzen)
  • Morgens (Anlaufschmerz)

Therapie bei Knieschmerzen

Die Behandlung von Knieschmerzen hängt von der Ursache ab. Häufig kommen folgende konservative Therapiemaßnahmen zum Einsatz:

  • Entzündungshemmende Schmerzmittel und Salben
  • Wärme- oder Kältetherapie
  • Orthopädische Hilfsmittel (Einlagen, Bandagen, Orthesen, orthopädische Schuhe)
  • Physiotherapie
  • Muskeltraining (Kräftigung und Dehnung) 
  • Elektrotherapie und Ultraschalltherapie

Allerdings gibt es auch Situationen, in denen ein operativer Eingriff nicht zu vermeiden ist. Doch lassen sich heutzutage viele Eingriffe schonend im Rahmen einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) vornehmen.

Therapie bei Knieschmerzen
Physiotherapie und Muskeltraining

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Der Arzt stellt die Diagnose und entscheidet über die Therapie. Bei Notwendigkeit kann er eine Orthese verordnen. Im medizinischen Fachhandel wird der Patient von geschultem Personal vermessen. Die Orthese wird anschließend individuell auf den Patienten angepasst.

Hier geht's zur unabhängigen Arztsuche der Stiftung Gesundheit.

Quellen

1 Klein, Dr. med. Christoph (2014): Orthopädie für Patienten. Medizin verstehen. Remagen: Verlag Michels-Klein

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