Verstauchung

Auch Distorsion genannt

Verstauchung

Was ist eine Verstauchung?

Die Verstauchung, ist eine der häufigsten Sportverletzungen. Sie entsteht, wenn die Kollagenfasern von Gelenkkapsel oder den umgebenden Bändern und Muskeln stark überdehnt werden. Dabei kommt es oft zu Einblutungen, Schwellungen und kleinen Rissen.

Endlich Samstagabend! Die Gelegenheit, das neue schwarze Mini-Kleid und die dazu passenden Pumps auszuführen. Doch schon auf dem Weg zur U-Bahn passiert es: Der Schuhabsatz rutscht ins Lüftungsgitter, der Fuß knickt um, schwillt an und schmerzt. Typische Anzeichen für einen verstauchten Knöchel. Natürlich ist ein verstauchtes Gelenk kein Beinbruch. Meist heilt es sehr gut aus. Trotzdem gilt es einiges zu beachten, damit aus der Verstauchung keine chronische Instabilität wird. Wie Sie mit einer Verstauchung richtig umgehen und was die PECH-Regel damit zu tun hat, erfahren Sie hier.

Symptome und Anzeichen

Anzeichen einer Verstauchung sind:

  • Schmerzen
  • Gelenkschwellung
  • Bluterguss
  • Eingeschränkte Beweglichkeit der Gelenke

Grundsätzlich kann man sagen: Je geschwollener der Knöchel ist, desto schwerer ist die Verletzung. Wenn man direkt nach dem Umknicken noch auftreten und laufen kann, ist höchstwahrscheinlich nichts gebrochen. Trotzdem ist es ratsam, einen Hausarzt, Sportmediziner oder Orthopäden aufzusuchen, um einen Bänderriss oder Knochenbruch auszuschließen.

Risikofaktoren und Ursachen

Eine Verstauchung des Fußgelenks tritt häufig beim Basketballspielen, Springen oder Joggen auf unebenem Boden auf. Verstauchungen des Kniegelenks kommen häufig beim Fußball vor. Und zwar dann, wenn das Bein eine Drehbewegung ausführt, während der Fuß fest auf dem Boden steht. Daumen- und Fingergelenke wiederum werden oft beim Hand- und Volleyball oder Skilaufen gestaucht.

Ein Klassiker ist auch der verstauchte Zeh. Das passiert zum Beispiel, wenn man beim Barfußlaufen an einem Möbelstück oder einer halb geöffneten Zimmertür hängen bleibt. Manche Menschen haben schwache Bänder und neigen eher zu Verstauchungen als andere. Auch Menschen mit Hohlfüßen, verlängerter Muskelreaktionszeit oder Muskelschwäche sind häufiger betroffen.

Vorbeugung

Vor allem beim Sport kann es schnell zu Verstauchungen kommen. Es gibt aber Produkte, die man vorbeugend tragen kann (zum Beispiel Bandagen, Sport-Kompressionsstrümpfe oder Handgelenkschoner). Diese Produkte stabilisieren die Gelenke und sorgen dafür, dass man nicht so leicht umknickt. Sport-Kompressionsstrümpfe gibt es im gut sortierten Sport-Fachhandel. Fragen Sie nach CEP Strümpfen. Sie stabilisieren nicht nur die Gelenke, sondern besitzen auch einen leistungssteigernden Effekt. Darüber hinaus fördern sie eine rasche Regeneration nach dem Training.

Noch ein Tipp: Achten Sie auf sicheres, zweckmäßiges Schuhwerk. Das gilt auch fürs Ausgehen am Abend.

Wie können Verstauchungen therapiert werden?

Wie bei den meisten Sportverletzungen sollten Sie Ihre Aktivität sofort einstellen. Beginnen Sie umgehend damit, das betroffene Gelenk zu kühlen. Dadurch ziehen sich die Blutgefäße zusammen, weniger Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus und die Schwellung bleibt gering. Außerdem hemmt Kühlen die Entzündungsreaktion, Blutergüsse bleiben örtlich begrenzt und die Schmerzen werden gelindert.

Wickeln Sie zudem eine elastische Binde mit leichter Spannung um das Gelenk. Während der Akutphase kombinieren Sie den Druckverband am besten mit einem Cool-Pack, später mit einer Salbe. Bei Notwendigkeit kann Ihnen der Arzt auch ein Hilfsmittel verordnen. Hier eignen sich zum Beispiel Bandagen. Sie kombinieren Kompression mit einem Massage-Effekt, was den Heilungsprozess fördert.

Je nach Schweregrad der Verletzung gibt es auch Orthesen für das Sprunggelenk.

Meist verläuft die Therapie einer Verstauchung unkompliziert. Die Schmerzen klingen innerhalb weniger Tage wieder ab und nach spätestens drei Monaten können Sie das Gelenk wieder vollständig belasten. In einigen Fällen können Bänderverletzungen und Schwellungen durch Verstauchung jedoch zu einer chronischen Instabilität des Gelenks führen. Das bedeutet, dass das Gelenk zu leicht nachgibt. Mit einem instabilen Sprunggelenk ist es wahrscheinlicher, dass Sie erneut umknicken und sich den Knöchel verstauchen. Hier ist der Einsatz einer Sprunggelenksbandage mit zusätzlichem Gurtband sinnvoll. Sie schützt vor wiederkehrenden Umknick-Verletzungen.

PECH-Regel

Ist der Fuß erst einmal verknackst, sollten Sie als Erste-Hilfe-Maßnahme die PECH-Regel beherzigen:

P = Pausieren

E = Eis (Kühlen)

C = Kompression

H = Hochlagerung

Individuelle Übungen für zu Hause

Neben der Sprunggelenkorthese Levamed stabili-tri ist zur Mobilisierung auch Physiotherapie sehr wichtig.

Der Trainingsplan trägt dazu bei, dass Sie Ihrem Alltag und Ihren sportlichen Aktivitäten schon bald wieder vollständig nachgehen können. Wir wünschen Ihnen eine rasche Genesung.

Jetzt Levamed® stabili-tri® Übungsposter herunterladen.

Wichtige Hinweise

  • Sofern von Ihrem Arzt oder Therapeuten nichts anderes empfohlen wird, halten Sie sich bitte an die angegebenen Dosierungsangaben.
  • Treten während oder nach einer Übung Beschwerden auf, beenden Sie bitte die Übung und halten Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Therapeuten.
  • Nehmen Sie sich Zeit und führen Sie die Übungen sorgsam durch.
  • Je nach Heilungsphase können Sie die Übungen mit oder ohne Gurtband ausführen. Bitte sprechen Sie den Therapieplan 

Bitte sprechen Sie den Therapieplan mit Ihrem Arzt durch. 

Übungen zur Koordination

Ausfallschritt vorne

Levamed stabili-tri Übungen zur Koordination

 

Ausgangsposition

  • Beine schulterbreit öffnen
  • Rücken gerade halten

Übung

  • Mit dem betroffenen Bein einen kleinen Ausfallschritt nach vorne machen
  • Körperschwerpunkt zentral halten
  • Anschließend Ausgangsposition wieder einnehmen
  • Auf gerade Beinachse achten

Dosierung

  • 3 Sätze x 15 Wiederholungen

Ausfallschritt seitlich

Levamed stabili-tri Übungen zur Koordination

 

Ausgangsposition

  • Beine schulterbreit öffnen
  • Körpergrundspannung aufbauen

Übung

  • Mit dem betroffenen Bein einen mittelgroßen Ausfallschritt in die vorgegebenen Richtungen ausführen
  • Dazwischen immer die Ausgangsposition einnehmen
  • Auf gerade Beinachse achten

Dosierung

  • 3 Wiederholungen

Hinweis: Übung erst ausführen, wenn Sie die Übung 1a) problemlos durchführen können

Knie heben

Levamed stabili-tri Übungen zur Koordination

 

Ausgangsposition

  • Beine schulterbreit öffnen und leicht beugen

Übung

  • Nicht betroffenes Bein vom Boden heben und kurz halten
  • Stabilisierungsbewegung nur aus Knie- und Sprunggelenk
  • Auf gerade Beinachse achten
  • Oberkörper ruhig halten

Dosierung

  • 3 Wiederholungen, jeweils 20 Sekunden halten

Knie heben mit Hilfsmittel

Levamed stabili-tri Übungen zur Koordination

 

Equipment

  • Airex® Pad / alternativ: gefaltetes Handtuch

Ausgangsposition

  • Beine schulterbreit öffnen und leicht beugen

Übung

  • Nicht betroffenes Bein vom Boden heben
  • Stabilisierungsbewegung nur aus Knie- und Sprunggelenk
  • Auf gerade Beinachse achten und Oberkörper ruhig halten

Dosierung

  • 3 Wiederholungen, jeweils 20 Sekunden halten

Hinweis: Übung erst ausführen, wenn Sie die Übung 2a) problemlos durchführen können

Sprung

Levamed stabili-tri Übungen zur Koordination

 

Ausgangsposition

  • Beine schulterbreit öffnen
  • Rücken gerade halten

Übung

  • Mit dem betroffenen Bein einen kleinen Sprung nach vorne ausführen
  • Auf einem Bein landen
  • Landeposition stabilisieren und kurz halten
  • Auf gerade Beinachse achten

Dosierung

  • 10 Wiederholungen

Hinweis: Übung erst ausführen, wenn Sie die Übung 2b) problemlos durchführen können

Übungen zur Kräftigung

Fußspitzen anziehen

Levamed stabili-tri Übungen zur Kräftigung

 

Ausgangsposition

  • Rücklings mit den Händen abstützen
  • Betroffenes Bein strecken
  • Nicht betroffenes Bein aufstellen

Übung

  • Fußspitzen anziehen
  • Fußaußenseite statisch gegen einen fixen Gegenstand (z. B. gegen eine Wand oder einen Türrahmen) drücken
  • Wechsel: Fußinnenseite gegen einen fixen Gegenstand drücken

Dosierung

  • 3 Sätze x 10 Wiederholungen je Seite
  • Position 2 – 3 Sekunden halten 

Fußspitzen anziehen mit Hilfsmittel

Levamed stabili-tri Übungen zur Kräftigung

 

Equipment

  • Thera Band®

Ausgangsposition

  • Rücklings mit den Händen abstützen
  • Betroffenes Bein strecken
  • Nicht betroffenes Bein aufstellen

 

Übung

  • Fußspitzen anziehen
  • Thera Band® um den Zehenballen legen und Spannung halten
  • Sprunggelenk nach außen drehen
  • Anschließend Ausgangssituation einnehmen
  • Wechsel: Sprunggelenk nach innen drehen

 

Dosierung

  • 3 Sätze x 15 Wiederholungen

Hinweis: Übung erst ausführen, wenn Sie die Übung 3a) problemlos durchführen können

Fersen heben (sitzend)

Levamed stabili-tri Übungen zur Kräftigung

 

Ausgangsposition

  • Aufrecht auf dem Stuhl sitzen
  • Nicht am Stuhl anlehnen
  • Beide Füße auf den Boden stellen

Übung

  • Mit den Handballen leichten Druck auf die Knie ausüben
  • Fersen vom Boden abheben (max. 20 Grad)
  • Anschließend Ausgangsstellung einnehmen

Dosierung

  • 3 Sätze x 15 Wiederholungen
  • Position 1 – 2 Sekunden halten

Fersen heben (stehend)

Levamed stabili-tri Übungen zur Kräftigung

 

  • Zur Erleichterung können Sie diese Übung auch auf flachem Boden ausführen.
  • Es ist empfehlenswert, sich an der Wand oder am Treppengeländer festzuhalten, um das Gleichgewicht besser zu halten.

Ausgangsposition

  • Beine schulterbreit öffnen
  • Becken- und Rumpfachse stabil halten
  • Mit den Fußballen auf einen Stepper oder alternativ auf die Treppenstufe stellen

Übung

  • Körper aus dem Sprunggelenk heben und senken

Dosierung

  • 3 Sätze x 15 Wiederholungen

Hinweis: Übung erst ausführen, wenn Sie die Übung 4a) problemlos durchführen können 

Übungen zur Mobilisierung

Rollen (auf Pezziball)

Levamed stabili-tri Übungen zur Mobilisierung

 

Equipment

  • Pezziball

Ausgangsposition

  • Gerade auf dem Pezziball sitzen
  • Beide Füße auf den Boden stellen
  • Rücken gerade halten
  • Handflächen auf die Knie legen

Übung

  • Auf dem Pezziball sitzend langsam und dosiert vor- und zurückrollen (max. 20 Grad)

Dosierung

  • 3 Sätze x 15 Wiederholungen

Druck ausüben

Levamed stabili-tri Übungen zur Mobilisierung

 

Ausgangsposition

  • Aufrecht auf dem Stuhl sitzen
  • Nicht am Stuhl anlehnen
  • Beide Füße auf den Boden stellen
  • Handtuch unter die Füße legen

Übung

  • Mit den Füßen langsam das Handtuch vor- und zurückschieben (max. 20 Grad)

Dosierung

  • 3 Sätze x 15 Wiederholungen

Chronische Band-Instabilitäten

Chronische Band-Instabilitäten können dazu führen, dass der Knorpel im Gelenk stark abgenutzt wird und eine Arthrose entsteht. Daher empfiehlt sich selbst bei einer scheinbar harmlosen Verstauchung der Besuch beim Orthopäden oder Sportmediziner.

Produkte von medi

Die M.step von medi ist eine feste Halbschale und stabilisiert das Gelenk in Kombination mit dem Schuh sehr gut.

Hier finden Sie weitere Informationen zur M.step Orthese von medi.

Das neueste Sprunggelenk-Produkt von medi ist die Levamed stabili-tri: Die Levamed stabili-tri ist eine modulare Sprunggelenksorthese, die sich dem Heilungsverlauf flexibel anpasst und damit eine funktionelle (phasengerechte) Versorgung ermöglicht. In der Akutphase stellt sie das Gelenk ruhig, mit beginnender Physiotherapie kann die Stabilität Schritt für Schritt verringert werden. Der Fuß erhält dadurch immer die ausreichende Unterstützung für eine sichere und schnelle Mobilisierung.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Levamed stabili-tri.

Der Arzt stellt die Diagnose und entscheidet über die Therapie. Bei Notwendigkeit kann er eine Orthese verordnen. Im medizinischen Fachhandel wird der Patient von geschultem Personal vermessen. Die Orthese wird anschließend individuell auf den Patienten angepasst.

Hier geht's zur unabhängigen Arztsuche der Stiftung Gesundheit.

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