Verrenkung

Fachbegriff: Luxation

Verrenkung

Was ist eine Verrenkung?

Bei einer Verrenkung - Experten nennen das Luxation - werden die Flächen eines Gelenks voneinander getrennt. Der Begriff Auskugelung ist Ihnen sicher eher bekannt. Der ausgekugelte Knochen springt gewissermaßen aus seiner Halterung. Die Gelenkflächen verschieben sich gegeneinander und verharren in einer unnatürlichen Stellung.

Nimmt man deutsche Redewendungen wörtlich, so könnte man sich theoretisch jedes Körperteil verrenken:

  • Den Hals bei der neugierigen Ausschau
  • Die Zunge beim Aussprechen von Zungenbrechern
  • Das Gehirn beim Lösen kniffliger Rätsel

Selbst der Magen meldet sich zu Wort, wenn zu viel gegessen wurde. In Wahrheit verrenken sich jedoch nur Gelenke. Besonders häufig treten Verrenkungen in der Schulter, am Ellenbogen oder in den Fingern auf.

Die gute Nachricht: Ein Gelenk kann meist schnell und sanft wieder eingerenkt werden. Manchmal regeneriert es sich nach einer (Sub)Luxation, also wenn es sich nicht vollständig ausgerenkt hat, sogar spontan selbst.

Aufbau und Funktion der Gelenke

Im menschlichen Körper gibt es verschiedene Gelenkformen:

  • Scharniergelenke: Beispiele für Scharniergelenke finden sich an den Knien, den Ellenbogen und Fingern.
  • Drehgelenke: Diese Gelenke befinden sich beispielsweise an Elle und Speiche.
  • Sattelgelenke: Ein Beispiel für ein Sattelgelenk ist das Daumen-Grundgelenk.
  • Kugelgelenke: An der Hüfte sowie Schulter sorgen Kugelgelenke für Bewegung.

Generell besteht ein Gelenk aus einem Gelenkkopf und einer Gelenkpfanne. Dazwischen sitzt eine Knorpelschicht. Die Gelenkkapsel umhüllt das Gelenk und bildet zusammen mit Muskeln, Sehnen und Bänder seine schützende Außenhülle. Im Vergleich zu anderen Gelenken lässt sich die Schulter recht leicht auskugeln. Die Gelenkpfanne ist hier im Verhältnis zum Gelenkkopf klein. Das macht das Gelenk zwar enorm beweglich, aber auch instabil.

Symptome und Anzeichen

Eine Verrenkung oder Luxation ist sehr schmerzhaft. Das betroffene Gelenk wird unbeweglich und häufig kommt es zu Schwellungen. Wenn auch Nerven verletzt sind, kommen Kribbeln und Taubheitsgefühle dazu.

Der Arzt kann meist schon durch bloßes Tasten ermitteln, ob die Gelenkpfanne leer ist. Um häufige Begleiterscheinungen wie Risse der Gelenkkapsel oder Bänder sowie Knochenbrüche auszuschließen, macht er üblicherweise eine Röntgenaufnahme.

Risikofaktoren und Ursachen

Verrenkte Fingergelenke kommen bei Volleyballspielern häufig vor. Zum Beispiel dann, wenn der Ball beim sogenannten Pritschen mit ausgestreckten Fingern angenommen wurde. Luxationen des Schulter- und Ellenbogengelenks hingegen entstehen meist durch Stürze.

Jeder Mensch versucht reflexartig, sich möglichst mit den Armen abzufangen. Durch den Aufprall springt nicht nur der Knochen aus dem Schultergelenk. Es werden auch Bänder, Sehnen und Muskeln unmittelbar gedehnt. Bei einer bereits einmal ausgekugelten Schulter ist die Chance deshalb höher, erneut ausgerenkt zu werden.

Bei einer chronischen Instabilität, also wenn das Gelenk fehlgebildet ist oder sich der Bandapparat des Schultergelenks gelockert hat, kann es auch zu einer spontanen Ausrenkung (habituelle Luxation) ohne äußere Einwirkung kommen.

Vorbeugung:

Verrenkungen kann man nicht gezielt vorbeugen. Aber eine gut trainierte Muskulatur und Koordinationstraining tragen dazu bei, die Gelenke gesund zu erhalten. Beim Sport schützen eine entsprechende Ausrüstung und defensives sportliches Verhalten vor Stürzen und Zusammenstößen.

Wie können Verrenkungen therapiert werden?

Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte das Gelenk möglichst ruhig gelagert und gekühlt werden. Ausgekugelte, verrenkte Gelenke dürfen nur von einem Arzt eingerenkt werden - und zwar möglichst rasch.

Bei kleineren Verrenkungen, beispielsweise an Fingergelenken, wird je nach Schmerzempfinden örtlich betäubt. Handelt es sich um eine Verrenkung des Schultergelenks, bekommt der Patient meist eine Kurznarkose (dissoziative Anästhesie).

Für das Einrenken der Schulter gibt es verschiedene Methoden. Sie basieren alle auf dem gleichen Prinzip: Am Oberarm wird gezogen. Gleichzeitig wird der Arm nach außen gedreht. Dabei schnappt der Gelenkkopf in die Gelenkpfanne, die Schulter gerät so wieder in ihre alte Position.

Ist es nicht möglich, das Gelenk auf diese Weise einzurenken, wird eine operative Einrenkung (Reposition) vorgenommen. Hierfür ist eine Vollnarkose notwendig. Im Anschluss erfolgt eine Ruhigstellung für acht bis zehn Tage mittels elastischer Bandagen, Schienen, Armschlingen oder Gipsverband. Die Schultergelenkorthese zur Immobilisierung medi Arm fix und die Schulterbandage Omomed von medi bieten dem Patienten so viel Freiheit wie möglich. Er kann sie bequem und ohne fremde Hilfe anziehen. Da es bei längerer Ruhigstellung zu einer Kapselschrumpfung kommen kann, sollte so früh wie möglich mit einer behutsamen Mobilisierung begonnen werden.

Bandagen und Orthesen von medi

Produkte von medi können bei der Therapie einer Verrenkung helfen.

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Der Arzt stellt die Diagnose und entscheidet über die Therapie. Bei Notwendigkeit kann er eine Orthese verordnen. Im medizinischen Fachhandel wird der Patient von geschultem Personal vermessen. Die Orthese wird anschließend individuell auf den Patienten angepasst.

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