Osteoporose

Diese Erkrankung wird auch als Knochenschwund bezeichnet, eine typische Folge ist der "Witwenbuckel"

Osteoporose

Was ist Osteoporose?

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Stoffwechselerkrankung des Skeletts, bei der die Knochen ihre Festigkeit verlieren. Sie werden porös. Die Krankheit verursacht insbesondere Knochenbrüche an Unterarm, Oberschenkelhals oder Wirbelsäule.

Knochen erscheinen uns als starre, feste Gebilde, die sich kaum verändern. Tatsächlich herrscht in einem gesunden Körper aber ein ständiges Gleichgewicht zwischen Ab- und Aufbau von Knochensubstanz. Hormone, Vitamine und weitere Botenstoffe des Körpers steuern diese "Umbau-Maßnahmen". Bis etwa zum 30. Lebensjahr überwiegt der Aufbau. Wird mehr Knochenmasse abgebaut als neu gebildet, verlieren Knochen an Stärke und werden anfälliger für Brüche. Hier beginnt die Osteoporose.

Osteoporose und ihre Folgen für die Wirbelsäule

Symptome und Anzeichen

Es gibt Signale, die helfen, eine frühzeitige Diagnose zu stellen. Dazu zählt zum Beispiel ein Rückgang der Körpergröße im Alter. Neben Unterarm- und Oberschenkelknochen ist vor allem die Wirbelsäule betroffen. Geschädigte Wirbelkörper brechen und es kommt zu dauerhaften Verformungen wie dem typischen „Witwenbuckel“, eine Form des Rundrückens, die ausschließlich auf den Knochenschwund zurückzuführen ist. Alarmzeichen eines krankhaften Knochenschwunds sind starke Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule oder des Brustbeins.

Sie deuten darauf hin, dass bereits ein oder mehrere Wirbelkörper gebrochen sind. Manchmal kommt es auch zu Knochenbrüchen ohne erkennbare Ursache. Das ist zunächst schwer vorstellbar. Aber bei einigen Patienten können Rippenbrüche entstehen, obwohl sie nur gehustet haben. Es ist daher ratsam, schon früh einen Arzt hinzuzuziehen um Klarheit zu gewinnen.

Meist wird Osteoporose bei Frauen diagnostiziert – häufig nach der Menopause. Oft sind auch Menschen betroffen, die über Jahre hinweg mit Kortison therapiert wurden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Osteoporose weltweit zu den zehn bedeutendsten Krankheiten unserer Zeit.

Formen und Risikofaktoren für Osteoporose

Primäre Osteoporose:

Bei circa 95 Prozent aller Knochenschwund-Erkrankungen handelt es sich um eine primäre Osteoporose.

Typ-I-Osteoporose:
Von der Typ-I-Osteoporose sind vor allem Frauen nach den Wechseljahren betroffen. Der erste Knochenbruch tritt circa acht bis zehn Jahre nach der letzten Regelblutung auf. Besonders anfällig sind die Wirbelkörper der Lendenwirbelsäule.

Typ-II-Osteoporose:
Bei der Typ-II-Osteoporose tritt der erste Knochenbruch erst nach dem 70. Lebensjahr auf. Vor allem Frauen zählen zu den Patienten (zwei Drittel). Neben der Wirbelsäule sind auch die Röhrenknochen von Oberschenkel und Arm betroffen.

Risikofaktoren für die Ausprägung einer primären Osteoporose sind:

  • Familiäre Veranlagung
  • Hormonstatus (später Zeitpunkt der ersten und früher Zeitpunkt der letzten Regelblutung)
  • Wenig Bewegung
  • Lange Bettlägerigkeit
  • Untergewicht
  • kalziumarme oder phosphatreiche Ernährung (wie zum Beispiel Fastfood, Softdrinks)
  • Konsum von Genussgiften wie Alkohol, Kaffee und Zigaretten

Sekundäre Osteoporose:

Die sekundäre Osteoporose entsteht als Folge von bestimmten Erkrankungen oder als unerwünschte Nebenwirkung einiger Medikamente.

Risikofaktoren für die Ausprägung einer sekundären Osteoporose sind:

  • Entzündungshemmende Medikamente zur Behandlung von Asthma oder Rheuma (Cortison)
  • Schilddrüsenhormone in zu hohen Dosen
  • Cumarinderivate (Marcumar)
  • Chronische Störungen der Nahrungsaufnahme, zum Beispiel durch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, des Darms, der Leber und der Nieren
  • Hormonstörungen, wie zum Beispiel Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Tumorerkrankungen

Osteoporose vorbeugen

Hier kommt eine gute Nachricht: Es gibt vorbeugende Maßnahmen, die auch junge Menschen beherzigen sollten dem Risiko von Osteoporose entgegenzuwirken.

Stichwort Ernährung: Nehmen Sie täglich mindestens 1.000 Milligramm Kalzium zu sich.

Das klingt einfach, aber worin ist Kalzium enthalten? Das Knochenmineral ist unter anderem Bestandteil von Milchprodukten und Fisch. Damit das Kalzium in die Knochen gelangen kann, braucht unser Körper außerdem Vitamin D. Der Körper bildet dieses Vitamin selbst, wenn Sonnenlicht auf die Haut fällt. Vitamin D kann aber auch in Tablettenform eingenommen werden.

Darüber hinaus ist Bewegung wichtig. Moderates Muskeltraining ist sehr gut für unser Skelett. Noch ein Tipp, wenn Sie vielleicht schon Osteoporose-Patient sind: Beseitigen Sie Stolperfallen in Ihrem Umfeld.

Wie kann Osteoporose therapiert werden?

Die Therapie von Osteoporose muss schnell erfolgen, da bei jedem fünften Patienten ein weiterer Knochenbruch innerhalb von 12 Monaten nach dem ersten Bruch eintritt.

Die Osteoporosetherapie ist sehr umfangreich und erfolgt nach einer Leitlinie.

Sie erfordert einen interdisziplinären Ansatz, also die Zusammenarbeit mehrerer Fachärzte. In der Regel verordnet der Knochenspezialist (Osteologe) Medikamente, die den weiteren Knochenabbau oder Knochenschwund bei Osteoporose verhindern und den Aufbau stärken. Um Brüche und eventuelle operative Eingriffe kümmern sich orthopädische Chirurgen oder Neurochirurgen.

Generell gilt: Wenden Sie sich bei allen Fragen rund um die Genesung an einen Orthopäden oder Osteologen.

Medikamente

Die folgenden Medikamente werden bei der Behandlung von Knochenschwund eingesetzt:

SERM

Selektive-Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERM): Die häufigste Ursache für Osteoporose bei Frauen ist das Fehlen des Hormons Östrogen nach den Wechseljahren. Fehlt Östrogen, beginnt ein gesteigerter Abbau von Knochenmasse. Östrogene können daher zwar den weiteren Knochenabbau verhindern, erhöhen jedoch gleichzeitig das Risiko für Brustkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und werden deshalb zur Behandlung der Osteoporose nicht empfohlen. Östrogen-Rezeptor-Modulatoren wirken auf die Östrogenbindungsstellen im Knochen, nicht aber auf jene von Brust und Gebärmutter und können deshalb zur Behandlung eingesetzt werden.

Bisphosphonate

Bisphosphonate hemmen die für den Knochenabbau verantwortlichen Zellen. Der Knochenabbau wird verlangsamt, die Knochenmasse nimmt zu. Hierdurch kann eine deutliche Senkung des Risikos für weitere Brüche an Wirbelsäule und Gliedmaßen erzielt werden.

Kalzium und Vitamin D

Kalzium und Vitamin D sind die Basis zur Behandlung und Vorbeugung. Kalzium bildet den Hauptteil der mineralischen Knochensubstanz. Vitamin D fördert die Kalziumaufnahme aus der Nahrung, unterstützt den Einbau von Kalzium in die Knochen und verbessert die Muskelfunktion.

Calcitonin

Calcitonin ist ein in der Schilddrüse gebildetes Hormon. Es vermindert die Freisetzung von Kalzium und Phosphat aus der Knochenmasse. Gleichzeitig regt es eine erhöhte Einlagerung der beiden Stoffe in den Knochen an. Es wirkt ähnlich wie die Hormonersatztherapie mit Östrogenen, weshalb es in Fällen, in denen die Östrogentherapie nicht angebracht ist, auch als Ersatz verwendet wird. Zudem kommt der Wirkstoff bei Männern zum Einsatz.

Schmerzmittel

Schmerzmittel: Brüche verursachen Schmerzen. Besonders die bei Osteoporose häufig auftretenden Wirbelkörperbrüche schränken die Beweglichkeit ein. Deshalb muss zunächst der Schmerz mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden. Rückenorthesen unterstützen die medikamentöse Schmerztherapie durch eine Entlastung der betroffenen Wirbelkörper.

Fluoride

Fluoride werden schon lange in der Osteoporosetherapie eingesetzt. Sie reichern sich in der Knochenmasse an und führen so zu einer höheren Knochendichte, in der Wirbelsäule stärker als in anderen Knochen. Eine Behandlung mit Fluoriden sollte nicht länger als drei Jahre durchgeführt werden.

Bewegung

Bewegung ist ein wichtiger Teil in der Behandlung von Osteoporose. Schon bei einem bestehenden Wirbelbruch helfen gezielte Krankengymnastik und physikalische Behandlungen, die in Zusammenarbeit mit Physiotherapeut und Arzt entwickelt werden, die Muskulatur zu kräftigen und schnell wieder beweglich zu machen. Medikamente und eine Rückenorthese lindern die Schmerzen.

Auch nach der Heilung des Bruches muss die Bewegungstherapie weitergeführt werden. Dabei sollte vor allem die Kraftausdauer der Rückenmuskulatur trainiert werden. Spezielle Rückenorthesen mit Bio-Feedback stützen die Wirbelsäule und unterstützen den Muskelaufbau.

Neben physiotherapeutischen Übungen gibt es einige Sportarten, die für Osteoporosepatienten besonders geeignet sind:

  • Wandern
  • Nordic Walking
  • Skilanglauf
  • Schwimmen
  • Tanzen

Besonders wirkungsvoll ist das Traning, wenn es im Freien ausgeübt wird. Es regt dann auch die Bildung von Vitamin D in der Haut

Krafttraining

Krafttraining trainiert die Muskeln und setzt dadurch positive Reize zum Aufbau von Knochenmasse. Gleichzeitig verbessert sich die Körperhaltung. Dabei wirkt auch die Spinomed Rückenorthese unterstützend.

Das Gurtsystem und die Rückenschiene üben Zugkräfte auf den Becken- und Schulterbereich aus. Anwender spannen dadurch unbewusst ihre Muskulatur an und richten den Oberkörper auf. Spinomed wird in den Leitlinien des DVO (Dachverband Deutschsprachiger Osteologen) zur Behandlung von Osteoporose empfohlen. Durch die Kräftigung wird das Zusammenspiel der Muskeln koordinierter und harmonischer. Das Gerätetraining macht deutlich, wie die unterschiedliche Dosierung von Gewichten und Wiederholungen zu verschiedenen Trainingserfolgen führt:

Kombination 1

Hohes Gewicht – wenige Wiederholungen

Diese Kombination zur Überwindung des maximalen Gewichtes übt den wirkungsvollsten Reiz auf den Knochen aus. Sie ist am besten geeignet, einem beschleunigten Knochenabbau zu entgegen zu wirken.

Kombination 2

Geringes Gewicht – viele Wiederholungen

Wird ein geringes Gewicht mit vielen Wiederholungen bewegt, trainiert dies gezielt die Ausdauerkraft. Der positive Einfluss auf Alltagsaktivitäten und die allgemeine Fitness stellt sich schnell ein.

Kombination 3

Mittelschweres Gewicht – schnelle Wiederholungen

Eine Trainingskombination aus mittelschwerem Gewicht und schnellen Wiederholungen optimiert die Muskelleistung, die Balance und auch die Koordination. Der Effekt ist ein besserer Gleichgewichtssinn, um Stürzen vorzubeugen.

Die Mischung macht's

Ideal ist es, die unterschiedlichen Trainingsarten zu variieren, um alle Kraftformen zu verbessern. Mehr Muskelmasse, bessere Prognose für die Knochenqualität, Fitness und höhere Bewegungssicherheit sind der Lohn. Entdecken Sie für sich das richtige Bewegungskonzept und den Spaß daran. Vor dem Training ist unbedingt der Arzt zu befragen.

Funktionelle Behandlung – mit Rückenorthesen

Aufgrund der engen Verknüpfung zwischen Muskeln und Knochen treten Knochen- und Muskelmasseverlust immer gleichzeitig auf.

Nach schon vorhandenen Brüchen der Wirbelsäule sollte daher neben der Behandlung mit Medikamenten unbedingt eine Behandlung mit Hilfsmitteln (funktionelle Therapie) erfolgen. Denn Brüche verursachen Schmerzen und führen durch Bewegungseinschränkungen zum weiteren Abbau der Muskulatur. Moderne Hilfsmittel erreichen eine Aufrichtung der Wirbelsäule und trainieren gleichzeitig die Muskulatur.

Früher wurden Patienten mit osteoporosebedingten Wirbelkörperbrüchen häufig durch ein starres Korsett ruhiggestellt, das leistete dem weiteren Muskelabbau Vorschub. Inzwischen ist bekannt, dass neben der medikamentösen Behandlung die Muskelaktivität für den Knochenaufbau entscheidend ist.

Effektive Osteoporose-Therapie mit Spinomed® Rückenorthesen

Unter Biofeedback versteht man eine Methode der Verhaltensmedizin, unbewusste Aktivitäten des Körpers bewusst zu machen.

Bei den beiden Osteoporose-Orthesen Spinomed und Spinomed active üben die Rückenpelotte und die Schultergurte einen sanften Druck aus, sobald der Rücken sich krümmt. Der Körper richtet sich mittels Muskelkraft wieder auf, um den Druck zu vermeiden.

Spinomed Rückenorthesen stärken die Muskulatur und verbessern die Körperhaltung.

Das Video erklärt das Biofeedback-Prinzip: Dank des innovativen Gurtsystems werden Anwender an eine aufrechte Haltung erinnert.

Spinomed® Rückenorthese von medi

Spinomed Rückenorthese

Spinomed® Rückenorthese von medi

Zur Förderung der Beweglichkeit bei Osteoporose hat medi gemeinsam mit Prof. Dr. Helmut W. Minne die Orthesen Spinomed und Spinomed active entwickelt. Das sind orthopädische Hilfsmittel, die die Wirbelsäule aufrichten und gleichzeitig die Muskulatur trainieren. Die Spinomed Orthese kann so einfach wie ein Rucksack angelegt und getragen werden. Die Variante Spinomed active ist als Body unter der Kleidung praktisch unsichtbar.

Orthesen üben kontrollierte Zugkräfte auf den Becken- und Schulterbereich aus. Patienten können durch die aufrechtere Haltung viel freier durchatmen. Schmerzen werden gelindert und der Muskelaufbau wird nachweislich gestärkt. Außerdem helfen die Orthesen dabei, die Körperhaltung zu verbessern. Die Rückenpelotte und die Schultergurte üben sanften Druck aus, sobald sich der Rücken krümmt. Somit richtet sich der Patient unwillkürlich mit eigener Muskelkraft auf, um diesen Druck zu vermeiden. Orthopädietechniker im Sanitätshaus passen die Rückenschiene der Spinomed Orthese exakt an den Verlauf der Wirbelsäule an.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Spinomed Rückenorthese von medi

Der Arzt stellt die Diagnose und entscheidet über die Therapie. Bei Notwendigkeit kann er eine Orthese verordnen. Im medizinischen Fachhandel wird der Patient von geschultem Personal vermessen. Die Orthese wird anschließend individuell auf den Patienten angepasst.

Hier geht's zur unabhängigen Arztsuche der Stiftung Gesundheit.

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