Wirbelbruch

Wenn die Wirbelkörper einbrechen

Arzt Beratung Röntgenbild

Wirbelbruch: Osteoporose kann die Ursache sein

Die stoffwechselbedingte Skeletterkrankung Osteoporose führt unter anderem zu einer Verminderung der Knochenmasse und erhöhter Frakturanfälligkeit (Anfälligkeit für Knochenbrüche). Die sogenannte „Knochendichte“ bezeichnet das Verhältnis mineralisierter Knochenmasse zu definiertem Knochenvolumen. Somit nehmen sowohl Dichte als auch Masse bei Osteoporose ab. Bei einer verminderten Knochendichte genügt oftmals eine geringe Krafteinwirkung, um Brüche – vor allem an der Wirbelsäule und am Oberschenkelhals – zu verursachen. Im Video erklärt Prof. Dr. Helmut Minne, wie stark die Schmerzen von Betroffenen sein können. Eine rasche Schmerzlinderung hat daher in der Behandlung von Patienten mit Wirbelbrüchen eine sehr hohe Priorität.  

Die häufigsten Wirbelfrakturen: Bruch von Brust- oder Lendenwirbelkörper

Meist sind bei einer osteoporotisch bedingten Wirbelfraktur die Wirbelkörper der Brust- oder Lendenwirbelsäule betroffen. Normalerweise setzen Wirbelbrüche die Einwirkung großer Kräfte voraus – es sei denn: Die Wirbelkörper sind vorgeschädigt, beispielsweise durch Minderung der Knochendichte im Rahmen einer Osteoporose oder durch das Auftreten von Knochentumoren- beziehungsweise -metastasen bei einer onkologischen Erkrankung.

Osteoporose und ihre Folgen für die Wirbelsäule

Symptome für einen Wirbelbruch

Anzeichen für den Bruch eines Wirbelkörpers können unter anderem sein:

  • Druck-, Klopf- und Stauchungsschmerz im betroffenen Abschnitt
  • Erhebung oder tastbare Lücke in der Dornfortsatzreihe
  • Eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule
  • Schonhaltung
  • Verhärtung der Muskulatur

Ist das Rückenmark betroffen, können unterhalb der Frakturhöhe entsprechende Störungen oder auch neurologische Ausfälle auftreten, zum Beispiel:

  • Lähmungserscheinungen
  • Blasen- und Mastdarmentleerungsstörungen
  • Empfindungsstörungen
  • übersteigerte oder abgeschwächte Reflexe

Wirbelbrüche können gelegentlich auch völlig symptomfrei sein!

Behandlung bei Wirbelbruch

Ärzte behandeln einen Wirbelbruch je nach Art der Fraktur, Ausmaß der Schädigung und Beeinträchtigung des Patienten konservativ oder operativ. Welche Therapie sich am besten eignet, hängt vom Einzelfall ab, beispielsweise, ob eine stabile oder instabile Fraktur vorliegt. Aber auch das Alter des Patienten, seine Gesamtverfassung, das Vorliegen beziehungsweise Ausmaß chronischer Schmerzen und seine persönlichen Präferenzen spielen eine Rolle.

Konservative Behandlung

Handelt es sich um einen stabilen Bruch, wird in der Regel zunächst konservativ behandelt.

Der Dachverband Osteologie (DVO) empfiehlt nach akuten, stabilen osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen in seiner Leitlinie unter anderem die Versorgung mit einer wirbelsäulenaufrichtenden Orthese (Informationen unter www.dv-osteologie.org). Die Spinomed Rückenorthesen von medi sind in der Osteoporose-Therapie somit ein wichtiger Therapiebaustein.

Operative Behandlung

Bei osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen können die gebrochenen Wirbelkörper operativ stabilisiert werden. Hierzu werden folgende Verfahren angewandt. 

Vertebroplastie
In den gebrochenen Wirbelkörper wird Knochenzement eingebracht, der sich zwischen den noch gesunden Knochenstrukturen verteilt. Somit können Osteoporose-Medikamente (beispielsweise Bisphosphonate) auch weiterhin auf diese intakten Strukturen wirken.

Kyphoplastie
Bei diesem Verfahren führt der Operateur in den gebrochenen Wirbelkörper einen Ballon ein. Diesen füllt er mit Knochenzement. So richtet er den Wirbelkörper teilweise auf und stabilisiert ihn. Im Unterschied zur Vertebroplastie wird hierbei die noch übriggebliebene Knochenstruktur im Wirbelkörper durch den Ballon zerstört. 

Heilungsdauer bei Wirbelbruch

In der Regel sind Krankheitsverlauf und Prognose bei einer Wirbelfraktur gut. Entscheidend ist vor allem, inwiefern Nervengewebe durch die Fraktur in Mitleidenschaft gezogen wurde. Liegt ein stabiler Wirbelbruch vor, ist in der Regel eine Heilungsdauer von wenigen Wochen bis einigen Monaten zu erwarten. Bei instabilen Frakturen kann sich der Heilungsprozess entsprechend verzögern. 

Der Arzt stellt die Diagnose und entscheidet über die Therapie. Bei Notwendigkeit kann er eine Orthese verordnen. Im medizinischen Fachhandel wird der Patient von geschultem Personal vermessen. Die Orthese wird anschließend individuell auf den Patienten angepasst.

Hier geht's zur unabhängigen Arztsuche der Stiftung Gesundheit.

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