Phantomschmerz

Hier finden Sie den Begriff "Phantomschmerz" kurz erklärt.

Phantomschmerz

= So nennt sich der Schmerz, den Amputierte in den nicht mehr vorhandenen Gliedmaßen, den so genannten Phantomgliedern, empfinden. Diese Erscheinung beschränkt sich nicht nur auf schmerzhafte Empfindungen, sondern die Amputierten fühlen das Phantomglied und empfinden seine Lage im Raum, z.B. bei entsprechenden Bewegungsabsichten. Die Unwirklichkeit dieser Empfindungen ist ihnen dabei jedoch durchaus bewusst. Bis heute gibt es zwar etliche Theorien, aber die genauen Ursachen des Phänomens sind immer noch ungeklärt. Phantomschmerzen treten bei einem erheblichen Prozentsatz von Amputierten auf. Was die gesamte Entstehung und Entwicklung der beteiligten Faktoren (= Pathogenese) des Phantomschmerzes betreffen, spielen die Stumpfverhältnisse (z.B. Neurom und Narbe) eine gewisse Rolle. Man ist heute zunehmend der Meinung, dass auch regenerative (= rückgewinnende) Prozesse im zentralen Nervensystem an der Entstehung der Beschwerden beteiligt sind. Phantomschmerzen sind bei Betroffenen zum Teil konstant oder anfallsartig. Die Beschwerden haben die Tendenz, mit dem Alter zuzunehmen. Sie sprechen oft gut auf Opiate an, weswegen bei vielen Patienten Suchtgefahr besteht. Der Phantomschmerz tritt umso häufiger auf, je länger der Betroffene bereits vor durchgeführter Amputation Schmerzen hatte. Dies wird dann als so genanntes 'Schmerzgedächtnis' bezeichnet.