Sport in der Schwangerschaft

Moderater Sport bringt Schwangere in Schwung und macht Spaß

Sport in der Schwangerschaft

Darf ich während der Schwangerschaft Sport treiben?

Früher gab es so manches Ammenmärchen was Sport in der Schwangerschaft betrifft. Viele dachten, Sport wäre in dieser Phase schädlich. Heute wissen wir: Dem ist nicht so. Ist der Schwangerschaftstest positiv, dürfen Sie durchaus weiter aktiv bleiben! Angemessene körperliche Betätigung in der Schwangerschaft hat sogar positive gesundheitliche Auswirkungen für Mutter und Kind. Solange Sie nichts übertreiben und aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht, dürfen Sie gerne Sport treiben.

Wenn Sie auf Ihren Bauch hören und ein paar Tipps beherzigen, steht dem Training zu zweit nichts im Weg. Viel Spaß dabei!

Wirkung

Sport kann bei vielen typischen Schwangerschaftsbeschwerden Wunder wirken: Das Kräftigen des Skelettapparats hilft dabei, Rückenschmerzen zu lindern. Ein aktivierter Kreislauf und Stoffwechsel reduziert Übelkeit und Schwindel. Bewegung wirkt außerdem vorbeugend gegen Thrombosen und Venenerkrankungen.

Auch schwangerschaftstypische Wassereinlagerungen im Gewebe werden gemindert. Darüber hinaus verbessert sich die Sauerstoffversorgung des Körpers - und damit die des Kindes. Schwangerschafts-Diabetes hat schlechte Chancen, weil kontinuierliches Verbrennen den Blutzuckerspiegel senkt.

Manche Experten sind sogar der Meinung, dass sportliche Aktivität bis zum neunten Monat die Schmerzen bei der Geburt erträglicher machen kann. Dafür verantwortlich seien Botenstoffe, sogenannte Beta-Endorphine, die bei Bewegung ausgeschüttet werden. Außerdem fördere das Schaukeln im Mutterleib die Entwicklung der Sinnesorgane.

Risiken

Keine Frage: Das Herz-Kreislauf-System, die Atmung und der gesamte Bewegungsapparat werden in 40 Wochen Schwangerschaft verstärkt beansprucht. Deswegen ist es wichtig, es mit dem Sport nicht zu übertreiben. Ein zu hohes Pensum kann theoretisch die Blut- und Sauerstoffzufuhr zum Kind verringern. Auch die vermehrte Durchblutung der Muskulatur könnte auf Kosten der Plazentadurchblutung gehen.

Hinzu kommt, dass die Schwangerschaftshormone Gelenke und Bänder sehr dehnbar machen, damit der Kopf des Kindes bei der Geburt durch das Becken passt. Durch die lockeren Bänder und instabilen Gelenke kann sich die werdende Mutter leichter verletzen - sich beispielsweise den Knöchel verstauchen. Deshalb gilt: Bewegung ist erlaubt. Die Dosis sollte jedoch schwangerschaftsgerecht sein.

Geeignetete Sportarten

Geeignetete Sportarten für Schwangere

Für Schwangere sind Ausdauersportarten sehr gut geeignet. Sie liefern Energie, bauen Stress ab und helfen dabei, die Kondition zu steigern. Besonders Schwimmen tut gut, weil der Babybauch vom Wasser getragen wird. Gleichzeitig werden sämtliche Muskelgruppen trainiert und es wird Thrombosen, sowie Lipödemen und Lymphödemen vorgebeugt.

Radfahren und Wandern gelten ebenfalls als ideale Sportarten für Schwangere. Sie sind gelenk- und bänderschonend. Laufen mit Bauch ist in den ersten drei Monaten kein Problem. Dabei sind gute Schuhe, die festen Halt geben, unentbehrlich.

Spätestens im letzten Drittel der Schwangerschaft ist Walking die bessere Alternative. Empfehlenswert sind auch Schwangeren-Yoga und Pilates für Schwangere. Diese Sportarten stärken den Beckenboden und können die Geburt erleichtern. Ebenfalls empfehlenswert ist Fitnesstraining an Geräten - so wird die Muskulatur gezielt aber dosiert gestärkt.

Ungeeignete Sportarten

Dass man während der Schwangerschaft auf riskante Sportarten wie Tiefseetauchen, Drachenfliegen oder Klettern lieber verzichtet, dürfte klar sein. Für Schwangere sind aber auch Sportarten mit abrupten Bewegungsabläufen tabu. Dazu gehören beispielsweise:

Auch den geplanten New-York-Marathon sollten Sie vorerst verschieben. Die Körpertemperatur würde zu sehr ansteigen.

Trainingsempfehlungen

Schwangere, die zu Krampfadern neigen, sollten beim Sport Kompressionsstrümpfe tragen. Im medizinischen Fachhandel (z. B. Sanitätshaus) gibt es spezielle Kompressionsstrumpfhosen mit einem ganz weichen Leibteil. Es passt sich dem wachsenden Babybauch an. Für die bequeme Passform werden die Beine vom Fachpersonal an mehreren Stellen (Füße, Fessel, Wade, Oberschenkel) genau ausgemessen.

Grundsätzlich empfiehlt sich, das Trainings-Programm mit dem Arzt abzusprechen. Wie intensiv Frauen trainieren dürfen, hängt meist davon ab, wie sportlich sie vor der Schwangerschaft waren. Im ersten Drittel können Geübte ihr Pensum in der Regel beibehalten.

Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto sanfter sollten sie das Training gestalten. Fragen Sie Ihren Arzt nach dem idealen Puls-Wert und legen Sie sich zur Kontrolle eine Puls-Uhr zu. Vermeiden Sie eine Überhitzung des Körpers (Hyperthermie), denn das kann dem Baby schaden. Wenn Sie sich während des Trainings unterhalten können, ist die Intensität gut.

Denken Sie außerdem daran, immer ausreichend zu essen und zu trinken. Komplexe Kohlenhydrate (Vollkornprodukte) und Vitamine (frisches Obst und Gemüse) sind ideale Energie-Lieferanten. Nach der körperlichen Belastung ist eine 24-stündige Erholungspause wichtig. Denken Sie daran, dass die gerade Bauchmuskulatur spätestens ab der 20. Schwangerschaftswoche nicht mehr isoliert trainiert werden sollte.

Und zu guter Letzt: Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und spüren Sie, wie viel Bewegung Ihnen in der Schwangerschaft gut tut.

Der Arzt stellt die Diagnose und entscheidet über die Therapie. Bei Notwendigkeit kann er medizinische Hilfsmittel (z. B. von medi) verordnen. Im medizinischen Fachhandel wird der Patient von geschultem Personal vermessen und erhält sein medizinisches Hilfsmittel für seine individuellen Bedürfnisse.

Hier geht's zur unabhängigen Arztsuche der Stiftung Gesundheit.

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