Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Wächst der Bauch, schmerzt das Kreuz – was tun?

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Kreuzschmerzen in der Schwangerschaft

Mit fortlaufender Schwangerschaft verändern sich Gewicht, Körperschwerpunkt und Statik des Körpers. Durch die Fehlbelastung kann es zu Rückenschmerzen in der Lendenwirbelsäule kommen.

Die Hormonumstellung, speziell in Vorbereitung auf die Geburt, bewirkt darüber hinaus eine Lockerung der Bänder, die das Becken stabilisieren. Dies kann zu Schmerzen in der Schambeinfuge (Symphysenschmerzen), Rückenbeschwerden und Instabilitäten im Beckenbereich führen.

Rückenschmerz: Beständiger Begleiter in der Schwangerschaft

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft. Zwischen der 24. und 36. Schwangerschaftswoche erreichen die schwangerschaftsbedingten Rückenschmerzen meist ihr Maximum. Dies macht sich vor allem beim Aufstehen, Bücken und An- beziehungsweise Auskleiden bemerkbar. Kreuzschmerzen begleiten Schwangere durch den Tag – und können auch die Nachtruhe beeinträchtigen. Langes Sitzen wird häufig als unangenehm empfunden: Bei weiten Strecken mit dem Auto sollten werdende Mütter regelmäßig Pausen machen und auch im Büro tut es gut, öfter die Sitzhaltung zu wechseln und Ruhezeiten einzuplanen.

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft immer ärztlich abklären lassen

Bei fortgeschrittener Schwangerschaft können Gebärmutterkontraktionen, ein Stau der ableitenden Harnwege oder der Druck des kindlichen Köpfchens auf sensible Nerven als Rückenschmerzen empfunden werden. Deshalb sollten Schwangere ihre Rückenschmerzen immer ärztlich abklären lassen.

Weiter zur unabhängigen Arztsuche

Anatomie der Frau: Anfällig für Rückenschmerzen – vor allem in der Schwangerschaft

Frauen sind durch ihren Körperbau für Rückenschmerzen anfälliger als Männer. Hatten sie schon vor der Schwangerschaft Rückenbeschwerden, empfinden sie diese während der Schwangerschaft noch stärker.

Um ein Kind auf natürlichem Weg gebären zu können, haben Frauen im Vergleich zu Männern eine längere Lendenregion, einen weiteren Bauchraum und ein größeres Becken. Neben den hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft bedeutet das eine zusätzliche Belastung für die Lendenwirbelsäule. Dies kann zu Schmerzen führen.

Körperliche Veränderungen während der Schwangerschaft, die Kreuzbeschwerden verursachen können

  • Hormonelle Umstellung:
    Hormone sorgen in Vorbereitung auf die Geburt dafür, dass sich Sehnen und Bänder im Beckenbereich lockern – dies betrifft insbesondere die Bandscheiben, die Iliosakralgelenke und die Schambeinfuge (Symphysenlockerung). Dadurch verringert sich die Stabilität im Becken- und im unteren Rückenbereich.
  • Schwerpunktverlagerung:
    Je mehr das Kind wächst, desto stärker verlagert sich der Körperschwerpunkt nach vorne. Die Statik des Körpers verändert sich. Fehlhaltungen können zu Rückenschmerzen führen.
  • Gewichtszunahme:
    Durch das zunehmende Gewicht in der Schwangerschaft werden Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen stärker beansprucht. Die Statik der Wirbelsäule verändert sich und ein Hohlkreuz entsteht. Das belastet den Rücken.

Was tun bei Rückenschmerzen während der Schwangerschaft?

  • Schwangerschaftsgymnastik: 
    Schwangerschaftsgymnastik, zum Beispiel im Wasser, dient der Stabilisierung sowie der Stärkung des Rückens und des Beckens.
  • Physiotherapie und Manuelle Therapien (wie Osteopathie): 
    Diese tragen zur Linderung der Beschwerden bei.
  • Akupunktur:
    Ein erfahrener Therapeut kennt die für Schwangere geeigneten Akupunkturpunkte zur Behandlung von Rückenschmerzen, einschließlich einer Ischiasnervreizung („Ischias“). Übrigens: Viele Hebammen bieten ebenfalls Akupunktur-Behandlungen bei Rückenschmerzen an.
  • Aufrechte Körperhaltung:
    Achten Sie im Alltag auf eine aufrechte Körperhaltung, um Fehlhaltungen zu vermeiden. Letztere können Rückenschmerzen sowohl verursachen als auch verstärken. Nachts kann ein spezielles Kissen für Seitenschläfer zwischen den Knien Erleichterung bringen.

Entlastung und Stabilisierung durch Schwangerschaftsgürtel und Beckenorthese

Beckeninstabilitäten führen vor allem zu Schmerzen im Beckengürtel, und zwar sowohl ventral (vorderseitig) an der Symphyse als auch dorsal (rückseitig) an den beiden ISG (Iliosakralgelenke = Gelenke zwischen Kreuzbein und Darmbein). In manchen Fällen kann der Schmerz in den Iliosakralgelenken bis in die Lendenwirbelsäule ausstrahlen. Oft nehmen die Patientinnen den Schmerz am Beckenkamm als Rückenschmerz wahr.

Um die Lendenwirbelsäule zu entlasten, die Schwerpunktverlagerung durch den wachsenden Bauch zu verringern und Rückenschmerzen zu reduzieren, gibt es spezielle Stützgürtel. Für Schwangere kommt die Lumbalorthese Lumbamed maternity zum Einsatz.

Nach der Schwangerschaft ist es wichtig, dass sich der Körper gut regeneriert. Hier kann die Beckenorthese Lumbamed sacro das Becken stabilisieren, entlasten und Beschwerden im Beckenbereich lindern.

Hier finden Sie alle medi Produkte, die Ihnen die Schwangerschaft erleichtern können, im Überblick.

Was tun, wenn die Rückenschmerzen nach der Schwangerschaft weiterbestehen?

Nehmen Sie Rückenschmerzen ernst, die nach der Geburt noch länger anhalten. Schildern Sie Ihrem Arzt die Merkmale Ihrer Beschwerden. Er wird Sie je nach Ursache, Art und Lokalisation der Schmerzen zu den therapeutischen Möglichkeiten beraten: Sie reichen vom Tragen einer Bandage oder Orthese über die Einnahme von Medikamenten oder physiotherapeutische Übungen bis hin zu operativen Maßnahmen.

Alles zur Diagnose und Therapie von Rückenschmerzen inklusive Physioübungen.