Hallux Valgus

Wenn die große Zehe schief steht und schmerzt

Hallux Valgus: Wenn die große Zehe schief steht und schmerzt

Schmerzen in den Füßen und Verformung der großen Zehe

Vom Schuhgeschäft zum Fußchirurg: Dieser Weg ist nicht weit – besonders für Frauen, die gerne, oft und lange High Heels tragen. Denn sie begünstigen die Entstehung eines Hallux Valgus, der meist mit Schmerzen und unschönen Verformungen einhergeht. Dennoch sind Absatzschuhe seit über 100 Jahren aus der weiblichen Garderobe nicht wegzudenken. Hohe Absätze verlängern die Beine optisch, schenken klein gewachsenen Frauen ein paar Zentimeter, machen schlank sowie einen knackigen Po. Und überhaupt verhelfen sie zu einem sexy Erscheinungsbild, mit dem „frau“ beim anderen Geschlecht punktet.

So oder so ähnlich spiegelt sich die Motivation von Millionen Frauen wider, immer wieder die Schuhe anzuziehen, in denen die Füße ganz besonders leiden. Neben der offensichtlichen Gefahr des Stolperns, des Hängenbleibens oder Umknickens gibt es noch ein weiteres Risiko, dem sich vor allem Frauen mit Spreizfuß und schwachem Bindegewebe aussetzen, wenn sie zu oft und zu lange Schuhe mit hohen Absätzen tragen: den Hallux Valgus.

Was ist ein Hallux Valgus?

Der Hallux Valgus wird auch Großzehenballen, Ballenzeh, schiefer Zeh oder Ballengroßzehe genannt. Dabei handelt es sich um eine Fehlstellung des vorderen Fußes: Der erste Mittelfußknochen weicht zur Fußaußenseite ab. Dadurch verbreitert sich der Ballenbereich des Fußes (Spreizfuß). Die dafür zu kurze Sehne zieht den Großzeh zur Seite. Dieser zeigt dann in Richtung Kleinzehen.

Experten gehen davon aus, dass es acht bis neun Millionen Betroffene in Deutschland gibt. Jeder Zehnte leidet also an einer mehr oder weniger ausgeprägten Vorfußdeformität.1

Ursachen und Risiken für die Entstehung von Hallux Valgus

Der Hallux Valgus ist die Folge einer gestörten Biomechanik des Fußes und oft zunächst nur ein kosmetisches Problem. Hallux Valgus Beschwerden können im Laufe der Jahre aber immer stärker werden. 

Spreizfuß

Bei einem Spreizfuß ist das Quergewölbe des Fußes abgeflacht: Die große Zehe wird in der Folge durch die Sehnen und -muskeln aus der Achse gelenkt. Durch diese Konstellation kann die Erkrankung fortschreiten.

Falsches Schuhwerk

Besonders das Tragen von High Heels begünstigt die Entstehung und Verschlimmerung der Erkrankung: Das ganze Gewicht lastet auf dem vorderen Bereich des Fußes. Schuhe, die außerdem vorne zu schmal sind, bringen die große Zehe erst recht in die Valgus-Stellung.

Übergewicht

Ein weiterer negativer Faktor ist starkes Übergewicht.

Genetische Faktoren

In manchen Familien kommt der Hallux Valgus öfters und über Generationen hinweg vor. Gerade Menschen, die erblich vorbelastet sind, sollten ihre Füße besonders pfleglich behandeln. 

Primäre Fehlanlagen

Es gibt Kinder, die bereits mit zwölf oder dreizehn Jahren an schweren Hallux Valgus-Fehlstellungen leiden. Diese sind genetisch bedingt.

Welche Beschwerden treten bei Hallux Valgus-Patienten auf?

  • Schmerzen, Rötung und Schwellung im Bereich des Großzehengrundgelenks: Wie schmerzhaft ein Hallux Valgus empfunden wird, ist von Patient zu Patient anders. Manchen Menschen bereitet schon ein gering ausgeprägter Hallux Valgus starke Schmerzen, während andere trotz starker Deformität kaum Schmerzen haben.
  • Schmerzen im Mittelfuß: Beim Fortschreiten der Erkrankung wird der sogenannte erste Strahl (die Großzehe und der erste Mittelfußknochen bilden zusammen den sogenannten ersten Strahl) instabil, sodass der Betroffene die Stelle nicht mehr belasten kann. Es kommt zur Schonhaltung: Die Last verlagert sich deshalb auf den mittleren und seitlichen Mittelfußanteil.
  • Hammerzeh: Durch die Schieflage des Großzehs werden die kleinen Zehen häufig in Mitleidenschaft gezogen. Sie werden zusammengeschoben und es kann zu einem Hammerzeh kommen.
  • Arthrose: Durch langanhaltende Fehlstellung ist es möglich, dass das Großzehengrundgelenk so stark geschädigt wird, dass es dort nach Jahren zu Arthrose (Verschleiß im Gelenk) kommt.

Therapie bei Hallux Valgus

Ist ein Hallux Valgus erst einmal entstanden, kann er nicht mehr rückgängig gemacht werden. Welche Therapieform dann angemessen ist, entscheidet der Arzt – je nachdem, wie stark die Deformität im vorderen Fußbereich fortgeschritten ist.

  • Einlagen, Schienen, Bandagen: Wenn sich die große Zehe noch in ihre ursprüngliche Position bringen (= flexible Deformität) lässt, dann können konservative (nicht-operative) Therapieformen die Schmerzen meist lindern. Eine Behandlung des zu Grunde liegenden Spreizfußes mit Einlagen kann dann sinnvoll sein: Dabei werden der zweite und dritte Mittelfußstrahl angehoben, der Mittelfuß wird insgesamt schmaler und der Druck im geschlossenen Schuh wird so reduziert.
  • Physiotherapie: Mit Barfußlaufen, Zehen- und Fußgymnastik können die Fußmuskeln und das Bindegewebe gestärkt werden. Dies wirkt Fehlstellungen entgegen. Spezielle Kraft- und Beweglichkeitsübungen, die den ganzen Körper sowie die Füße stärken sollen, werden auch Spiraldynamik genannt: Der Patient lernt, wie er die Zehen trainieren und sie aktiv gerade halten kann.
  • Operation: Schreitet die Fußerkrankung trotz konservativer Behandlung voran, kommt nur noch ein operativer Eingriff in Frage. Dabei gibt es verschiedene Operationsverfahren. Durch die Operation wird der Zeh begradigt. 

Bequeme, flache Schuhe, die nicht drücken, sind eine Möglichkeit zur Vorbeugung eines Hallux Valgus. Schuhe mit hohen Absätzen bewirken eine Verstärkung des Spreizfußes. Grund ist die entsprechende Mehrbelastung im Bereich des Mittelfußköpfchens. Würden Frauen keine Schuhe mit hohen Absätzen tragen, oder zumindest seltener, wäre dies in jedem Fall eine vorbeugende Maßnahme.

Bei der Diagnose „Spreizfuß“ sind Einlagen wohltuend und können auch zur Vorbeugung eines Hallux Valgus beitragen.

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Quellen:

1 Bequem geht vor: Wie Schuhe die Bildung von Hallux Valgus beeinflussen. Dr. med. Armin Schupp vom Centrum für Orthopädie und Chirurgie in Memmingen

Der Arzt stellt die Diagnose und entscheidet über die Therapie. Bei Notwendigkeit kann er orthopädische Einlagen verordnen. Im medizinischen Fachhandel wird der Patient von geschultem Personal beraten und vermessen (Fußabdruck oder Laufanalyse). Anschließend erhält der Patient eine individuell gefertigte orthopädische Einlage.

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