Neue Heilmittelrichtlinie ab 01.01.2021

Die Neufassung der Heilmittelrichtlinie beinhaltet vereinfachte Vorgaben – insbesondere in Bezug auf Systematik, Verordnung, Heilmittelkatalog und Formular. Diese sollen nicht nur Ärzten, sondern auch den Heilmitteltherapeuten und Patienten zugutekommen. Die bisherigen Heilmittelverordnungen dürfen seit Januar nicht mehr genutzt werden.

Neue Heilmittelrichtlinie ab 01.01.2021

Alle Infos auf einen Blick: Neue Heilmittelrichtlinie seit 1. Januar 2021

Zum 1. Januar 2021 ist die neue Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in Kraft getreten. Sie regelt die Voraussetzungen, nach denen Heilmittel als Kassenleistungen verordnet werden können.

Der Begriff „Heilmittel“ umfasst unter anderem medizinische Maßnahmen der physikalischen Therapie, wozu auch die manuelle Lymphdrainage zählt. Die bisherigen Heilmittelverordnungen dürfen seit Januar nicht mehr genutzt werden.

Die wichtigsten Änderungen der Heilmittelrichtlinie im Überblick

Entbürokratisierung: Für die Ärzteschaft und Leistungserbringer  

Viele Angaben der Verordnung werden nicht mehr benötigt. Deshalb wurde aus den bisher drei Formularen zur Heilmittelverordnung nun ein Formular: das neue Muster 13. Für die Ärzteschaft als auch für die Leistungserbringer bedeutet das ein Stück Entbürokratisierung.

Therapeuten und Patienten: Mehr Luft bei der Terminplanung 

Mit der neuen Richtlinie kann der Behandlungsbeginn bis zu 28 Tage nach dem Ausstellungsdatum erfolgen (nicht mehr nur bis zu 14 Tage). Damit ist die Verordnung länger gültig. Therapeuten und Patienten haben also mehr Flexibilität bei der Terminplanung. In eiligen Fällen kann der Arzt auf der Verordnung angeben, dass dringlicher Handlungsbedarf besteht.

Heilmittelkatalog ist jetzt übersichtlicher 

Weiter wurde der Heilmittelkatalog übersichtlicher gestaltet: die Diagnosegruppen wurden zusammengefasst. Innerhalb der Diagnosegruppen wird nicht mehr zwischen kurzfristigem oder mittelfristigem beziehungsweise langfristigem Behandlungsbedarf unterschieden.

Regelfall-Systematik entfällt

Außerdem entfällt die komplizierte Regelfall-Systematik mit Erstverordnung, Folgeverordnung und Verordnung außerhalb des Regelfalls. Das Genehmigungsverfahren für Verordnungen außerhalb des Regelfalls ist damit hinfällig: Auf dem Rezept ist keine Begründung mehr erforderlich. Der Arzt muss jedoch in der Patientenakte entsprechend dokumentieren.

Bezugsgröße: Verordnungsfall 

Bezugsgröße ist nun stattdessen der Verordnungsfall: Ein Verordnungsfall endet sechs Monate nach dem Verordnungsdatum – sofern der Arzt in dieser Zeit keine weitere Verordnung aufgrund derselben Erkrankungen für diesen Patienten ausstellt.

Weiterführende Infos zur neuen Heilmittelrichtlinie: