Neue Festbetragsregelung für Kompressionsstrümpfe und Einlagen

Aktualisierte Erstattungspreise – ab 01.04.2020 gelten neue GKV-Festbeträge.

Festbetragsregelung

Warum gibt es Festbeträge?

Medizinische Hilfsmittel verschaffen Linderung bei verschiedenen Krankheitsbildern. Ärzte können Patienten mit einem Venenleiden bei medizinischer Notwendigkeit rundgestrickte Kompressionsstrümpfe verordnen. Bei Fußfehlstellungen ist die Therapie mit orthopädischen Einlagen eine Option. Solche medizinischen Hilfsmittel erhalten Patienten im Fachgeschäft, zum Beispiel einem Sanitätshaus.

Die Erstattung von rundgestrickten medizinischen Kompressionsstrümpfen und Einlagen erfolgt grundsätzlich über die sogenannten Festbeträge. Sie wurden im Dezember 2019 vom Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland (GKV) für die Produktgruppen Einlagen (08) sowie rundgestrickte Kompressionsstrümpfe (17) neu festgelgt. Die Festbeträge sind immer Nettobeträge und gelten für alle gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland.

Die Festbetragsregelung zu kennen, ist für jedes Sanitätshaus wichtig: Es ist die Basis für die Abrechnung mit den Krankenkassen und somit „bares Geld wert“.

Erstattung von Kompressionsstrümpfen

Die folgenden Informationen sind der Festbetragsregelung für medizinische rundgestrickte Kompressionsstrümpfe entnommen.

Die Festbeträge umfassen sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit der Abgabe der Kompressionsstrümpfe entstehen:

  • Gemeinkosten, Lohn der Mitarbeiter, Lohnnebenkosten, Gewinn
  • Versicherungen / Beiträge
  • Reparaturen / Instandhaltung
  • Kundenempfang, Rezeptdokumentation
    und -abrechnung
  • Beschaffung des Hilfsmittels
  • Beratung, Maßnahmen, Größenauswahl
  • Anprobe und Abgabe des Hilfsmittels sowie Aushändigung der Gebrauchsanweisung
  • Sonstige mit der Abgabe zusammenhängende Dienstleistungen

Die Festbeträge werden jeweils für einen Kompressionsartikel in einfacher Stückzahl festgelegt. 

Erstattung von Einlagen

Die folgenden Informationen sind der Festbetragsregelung für Einlagen entnommen.

Der Festbetrag umfasst sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit der Abgabe der Einlagen entstehen:

  • Material- und Herstellungskosten
  • Maßabdruck / Formabdruck
  • Einweisung in die Handhabung der Produkte
  • Nacharbeiten
  • Gemeinkosten, Lohn der Mitarbeiter, Lohnnebenkosten, Gewinn
  • Versicherungen / Beiträge
  • Kundenempfang, Rezeptdokumentation
    und -abrechnung
  • Beratung, Maßnahmen, Größenauswahl
  • Anprobe und Abgabe des Hilfsmittels sowie Aushändigung der Gebrauchsanweisung

Einlagen – ein Paar oder einzelne Einlagen?

Die Festbeträge der Positionen 08.03.01.0 „Stützende Einlagen mit Längs- und Quergewölbestütze“ bis 08.03.06.0 „Stoßabsorber / Fersenkissen“ gelten jeweils für ein Paar. Auf einzelne Einlagen beziehen sich die weiteren Festbeträge 08.03.06.1 „Herausnehmbare Verkürzungsausgleiche“ bis 08.99.99.0005 „Weichbettung, Vorfußbereich, inkl. Lederbezug“ und 08.99.99.0008 „Verkürzungsausgleich, fest mit der Einlage verbunden“.

Der Festbetrag für die Positionen 08.03.01.0 „Stützende Einlagen mit Längs- und Quergewölbestütze“ bis 08.03.04 „Einlagen mit Korrekturbacken“ beinhaltet bereits die Kosten zur Erstellung eines erforderlichen Maßabdruckes oder Formabdruckes. Diese können also nicht zusätzlich abgerechnet werden. 

Weitere Informationen zu den neu geregelten Festbeträgen stellt der GKV-Spitzenverband online zur Verfügung: https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/festbetraege_3/festbetraege.jsp