Physikalische Thrombosembolieprophylaxe

 

Aktueller Wissensstand zur Anwendung medizinischer Thromboseprophylaxestrümpfe

P. Kujath · M. Hoffmann in
Der Chirurg

Erscheinungsdatum: September 2013

 

 

 

Abstract

Die Vermeidung der tiefen Beinvenenthrombose (TVT) mithilfe der physikalischen Thromboembolieprophylaxe ist integraler Bestandteil perioperativer Maßnahmen.

Hintergrund

Die medizinische Thromboseprophylaxe besteht aus physikalischen und medikamentösen Maßnahmen. Für die physikalische Behandlung ist in Deutschland die Anwendung von medizinischen Thromboseprophylaxestrümpfen (MTPS) etabliert. Kürzlich erschienene Publikationen stellten den Nutzen einer physikalischen Prophylaxe generell infrage.

Material und Methoden

Eine intensive Literaturrecherche zu dieser Fragestellung wurde durchgeführt. Hierbei wurden Studien in PubMed und Medline identifiziert, die sich mit der Fragestellung des Nutzens einer physikalischen Prophylaxe bei chirurgischen Patienten befasste.

Ergebnisse

Die geringe vorliegende Evidenz für die Thromboseprophylaxe im chirurgischen Patientengut wurde hauptsächlich durch Studien generiert, in denen eine Kombination aus MTPS und einem niedermolekularen Heparin (NMH) zur Anwendung kam. Ergebnisse experimenteller Arbeiten wiesen darüber hinaus die Wirksamkeit der MTPS durch Verringerung des venösen Querschnitts der unteren Extremität nach.

Schlussfolgerung

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht keine belastbare Evidenz für einen Verzicht auf MTPS bei chirurgischen Patienten. Dies gilt auch bei Verabreichung der neu eingeführten oralen Anti-Xa- und Anti-IIa-Inhibitoren.

Vollständiger Text

Mit freundlicher Genehmigung © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013

Aktueller Wissensstand: Physikalische Thromboembolieprophylaxe

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Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht keine belastbare Evidenz für einen Verzicht auf MTPS bei chirurgischen Patienten. Dies gilt auch bei Verabreichung der neu eingeführten oralen Anti-Xa- und Anti-IIa-Inhibitoren.

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