Knick-Senk-Spreizfuß

Eine Fußfehlstellung, verursacht durch schwache Bänder oder Fehlbelastungen

Knick-Senk-Spreizfuß

Was ist ein Knick-Senk-Spreizfuß und wie entsteht er?

Der Knick-Senk-Spreizfuß ist auch unter dem Namen „Plattfuß“ bekannt. Dabei kommen mehrere Fußfehlstellungen zusammen.

  • Das Fersenbein knickt nach innen ein (Knickfuß).
  • Das Fußgewölbe senkt sich ab (Senkfuß).
  • Die Mittelfußknochen spreizen sich (Spreizfuß).

Muskeln, Sehnen und Bänder bilden das Fußgewölbe. Dieses fungiert als Stoßdämpfer und verteilt das gesamte Körpergewicht auf drei Haupt-Belastungspunkte:

  • Ferse
  • Großzehen
  • Kleinballen

Eine schwache Fußmuskulatur und zusätzliche Überlastung flachen das Fußgewölbe ab. Die Bänder können das Fersenbein nicht mehr in seiner natürlichen Position halten. Deshalb knickt das Fersenbein nach innen ein. Gleichzeitig senkt sich das gesamte Fußgewölbe ab und die Mittelfußknochen spreizen sich. Dies geschieht bei jedem neuen Auftreten.

Die daraus resultierenden Fehlstellungen können die Körperhaltung negativ beeinflussen und zu Beschwerden in Knie, Hüfte, Rücken bis hin zur Schulter oder zum Nacken führen.

Risikofaktoren und Ursachen

Übergewicht, Überbelastung im Sport, schwaches Bindegewebe und eine nicht ausreichend trainierte Fußmuskulatur begünstigen die Entstehung eines Knick-Senk-Spreizfußes. Risikofaktoren und Ursachen sind:

Sport

  • Sprungintensive Sportarten wie Basketball und Volleyball
  • Intensive Laufsportarten wie Joggen, Walken und Wandern
  • Sportarten mit schnellen Richtungswechseln wie Handball und Fußball
  • Sportarten mit ruckartigen Stop-and-Go-Bewegungen wie Tennis, Squash oder Badminton

Äußere Faktoren

  • Unpassendes Schuhwerk
  • Fehlbelastung durch langes Stehen und Gehen

Körperliche Faktoren

  • Sinkende Elastizität der Sehnen (mit zunehmendem Alter)
  • Verkürzte Sehnen oder Muskeln
  • Stärkere Belastung durch Übergewicht

So wird ein Knick-Senk-Spreizfuß therapiert

So wird ein Knick-Senk-Spreizfuß therapiert

Individuell angepasste orthopädische Einlagen unterstützen und können Fehlstellungen korrigieren, indem sie das Fußgewölbe aufrichten. Durch die definierte Fersenführung wird die Position des Fersenbeins optimiert.

Fußfehlstellungen können vom Arzt oder Einlagen-Fachmann anhand eines Fußabdrucks oder einer Analyse des Fußes beim Gehen und Stehen erkannt werden. Der Fachmann wählt die orthopädischen Einlagen nach Indikation, Schuh-Typ und Anwendungsbereich aus. Anschließend passt er sie individuell an. Orthopädische Einlagen tragen dazu bei, Fehlstellungen auszugleichen. Darüber hinaus fördern Sie eine gesunde Körperhaltung und können Schmerzen lindern.

Vorbeugung: Aufbauende Gymnastik-Übungen für die Füße

Zusätzlich zur Therapie mit Einlagen empfehlen wir, die Fußmuskulatur regelmäßig zu trainieren. Wir haben für Sie einige Übungen zusammengestellt, die helfen können, Ihre Füße nachhaltig zu stärken.

Zehenraupe

Beweglichkeit, Aktivierung Quergewölbe – Zehenraupe

Legen Sie einen halben Tennisball auf den Boden. Krallen Sie die Zehen in den Boden und ziehen Sie dabei Ihren Fuß in Richtung Ball. Wenn Ihr Fuß beim Ball ist, schießen Sie diesen mit den Zehen ein Stück nach vorne. Wiederholen Sie dies mehrmals und wechseln Sie dann den Fuß. 

Zehenraupe

 

Zeitung zerreißen

Koordination, Beweglichkeit – Zeitung zerreißen

Breiten Sie eine Zeitungsseite auf dem Boden aus. Stellen Sie sich nun mit einem Fuß auf das Papier und versuchen Sie, dieses mit dem anderen Fuß zu zerreißen. Wechseln Sie danach den Fuß.

Zeitung zerreißen

 

Murmeln aufheben

Koordination, Beweglichkeit – Murmeln aufheben

Lassen Sie ein paar Murmeln (oder ähnliche Gegenstände) auf den Boden fallen. Versuchen Sie, diese mit den Füßen aufzuheben und in ein Gefäß abzulegen. Wechseln Sie nach jeder erfolgreich aufgehobenen Murmel den Fuß.

Murmeln aufheben

 

Fußmassage

Lockerung, Entspannung – Fußmassage

Legen Sie einen Igel-oder Faszien-Ball auf den Boden und massieren Sie mit kreisenden Bewegungen Ihre Fußsohle.

Fußmassage

 

Wade dehnen

Dehnung – Wade dehnen

Stützen Sie sich an einer Wand ab, stellen ein Bein nach hinten und dehnen die Wade. Dabei sollte die Ferse des hinteren Beines den Boden nicht verlassen.

Wade dehnen

 

Zehnen dehnen

Mobilisation, Beweglichkeit – Zehnen dehnen

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und legen ein Bein mit dem Knöchel nahe des Knies auf dem anderen Bein ab. Halten Sie mit einer Hand den Unterschenkel fest und beugen Sie die Zehen mit der anderen Hand in Richtung Fußsohle.

Zehen drehen

 

Zehen heben

Beweglichkeit – Zehen heben

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und heben ein Bein an. Ziehen Sie nun Ihre Zehen abwechselnd zu sich hin und strecken sie von sich weg.

Zehen heben

 

Fuß kreisen

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und heben Sie ein Bein an. Lassen Sie jetzt Ihren Fuß sowohl gegen als auch mit dem Uhrzeigersinn kreisen.

Fuß kreisen

 

Balancieren

Koordination, Kräftigung, Stabilisierung – Balancieren

Stellen Sie einen Fuß auf eine wacklige Unterlage (beispielsweise ein dickes Kissen). Verlagern Sie das Gewicht auf diesen Fuß und versuchen Sie, einige Sekunden auf einem Bein zu balancieren. Wiederholen Sie die Übung danach mit dem anderen Bein.

Balancieren

 

Orthopädische Einlagen von medi

Orthopädische Einlagen von medi

Hier finden Sie weitere Informationen zu orthopädischen Einlagen von medi.

Der Arzt stellt die Diagnose und entscheidet über die Therapie. Bei Notwendigkeit kann er orthopädische Einlagen verordnen. Im medizinischen Fachhandel wird der Patient von geschultem Personal beraten und vermessen (Fußabdruck oder Laufanalyse). Anschließend erhält der Patient eine individuell gefertigte orthopädische Einlage.

Hier geht's zur unabhängigen Arztsuche der Stiftung Gesundheit.

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