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Interdisziplinäre Synergien beim 3. Oberhofer Fußsymposium von medi

Nachhaltiger Wiedereinstieg in die sportliche Aktivität

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In Oberhof lebt der Wintersport: Das war eine authentische Umgebung, um über das Thema „Return to Sports“ beim 3. Oberhofer Fußsymposium des Medizinprodukte-Herstellers medi zu sprechen. Expert:innen referierten vor einem ausgebuchten Auditorium über operative und konservative Maßnahmen, um Patient:innen nach einer Verletzung schnell und effektiv wieder in die sportliche Aktivität zu bringen. Das Symposium stand auch dieses Jahr wieder unter der bewährten wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. med. Hans Polzer, OrthoPlus München, sowie Prof. Dr. med. Kiriakos Daniilidis, OTC Regensburg.

„Das 3. Oberhofer Fußsymposium zeichnete sich durch seine Interdisziplinarität aus. Referent:innen aus den Bereichen Medizin, Handwerk und Sportwissenschaften teilten ihre Erfahrungen aus Forschung und Praxis mit dem Auditorium. Im Fokus standen unter anderem die Vorteile einer interdisziplinären Zusammenarbeit und die Möglichkeiten, Synergien zu nutzen. Immer mit dem Ziel: Den Patient:innen eine bestmögliche, individuelle Versorgung zu bieten und den Sportler:innen im Spezifischen einen schnellen und gleichzeitig nachhaltigen Wiedereinstieg in die sportliche Aktivität zu ermöglichen. Die medizinische Fortbildung wurde von den Kolleg:innen diesmal besonders gut angenommen: Wir konnten noch mehr Teilnehmende in Oberhof begrüßen als im Jahr zuvor. Das freut uns und zeigt, dass die mittlerweile etablierte Veranstaltung ein Gewinn für die tägliche Arbeit ist und wir uns alle durch die verschiedenen Perspektiven immer weiterentwickeln können“, fassten die wissenschaftlichen Leiter des Symposiums, Prof. Dr. med. Hans Polzer und Prof. Dr. med. Kiriakos Daniilidis, das zweitägige Oberhofer Fußsymposium zusammen.

Vortragsblock: Distorsionstraumata – was zu beachten ist

Dr. med. Adrian Komadinic, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Chefarzt an der St. Barbara-Klinik in Hamm, eröffnete mit seinem Vortrag über „OSG-Frakturen – Außenband ignorieren?“ die Vortragsreihe. Verletzungen des fibularen Bandkomplexes (= Bestandteil des oberen Sprunggelenks, Abkürzung: OSG) gehören zu den häufigsten Verletzungen im Sport und führen bei chronischer Instabilität nachweislich zur vorzeitigen Arthrose. Dr. Komadinic stellte die Zusammenhänge begleitender Fraktursituationen dar und veranschaulichte, wie eine leitliniengerechte Therapie die vollständige Wiedererlangung der sportlichen Leistungsfähigkeit ermöglicht.

Eine häufige Fraktur im Fußbereich ist die des Metatarsale V, dem äußeren Mittelfußknochen. Diese Verletzung betrachtete Prof. Dr. med. Hans Polzer in seinem Vortrag „Metatarsale V Frakturen – wann OP?“ Er beleuchtete die unterschiedlichen Behandlungsmethoden der Zonen eins bis drei nach Lawrence und Boote, die den proximalen Bereich des fünften Mittelfußknochens beschreiben. Er stellte heraus, dass die exakte Lokalisation des Bruches essenziell für die Therapieempfehlung ist – und nicht wie weithin angenommen die Verschiebung des Bruches oder die Gelenkbeteiligung. Die richtige Einschätzung der Prognose anhand der Lokalisation ist entscheidend für das Behandlungsergebnis wie Prof. Dr. med. Hans Polzer ausführte.

Vortragsblock: Achillessehne

Der nächste Vortragsblock des Oberhofer Fußsymposiums widmete sich der Achillessehne. Die Tendinopathien (nicht entzündliche Erkrankung einer Sehne) der Achillessehne werden (auf Grundlage der Lokalisation) in drei Bereiche eingeteilt, wobei sich Prof. Dr. med. Kiriakos Daniilidis in seinem Vortrag „Tendinopathien / Überlastungsschäden (Midportion-Insertionstendinopathien)“ auf die Midportion (mittlerer Abschnitt der Sehne) fokussierte. Zu den intrinsischen, also patientenspezifischen, Faktoren zählen unter anderem Fußdeformitäten, instabiles Sprunggelenk und / oder eine Muskelschwäche. Passend zum Schwerpunkt des Fußsymposiums, „Return to Sports“, ging er in seinem Vortrag ebenfalls darauf ein, dass bestimmte Sportarten, wie Badminton oder Fußball, ebenso ein erhöhtes Risiko für einen Schmerzzustand der Achillessehne (Achillodynie) darstellen. Dieser Schmerzzustand kann mit speziellen Physio-Übungen für die Achillessehne, Taping oder mit einer Stoßwellentherapie behandelt werden.

Prof. Dr. med. Leif Claaßen, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmediziner und zertifizierter Fuß- und Sprunggelenkchirurg bei den Orthoprofis / Rückenprofis in Hannover stellte in seinem Vortrag minimalinvasive Eingriffe den offenen OP-Methoden bei Achillessehnenbeschwerden gegenüber. Laut ihm liegt der Vorteil der minimalinvasiven Techniken darin, dass sehr weichteilschonend vorgegangen werden kann bei einer oftmals kürzeren Operationsdauer. Wichtig ist eine gute Orientierung bei der Durchführung, da die unmittelbare Visualisierung im Vergleich zu den offenen Techniken fehlt. Er veranschaulichte die Therapieoptionen bei schmerzhafter prominenter Haglundexostose (Formabweichung des Fersenbeins) und einer sogenannten Insertionsachillessehnentendinopathie (Sehnenentzündung am Ansatz).

Rehabilitation und orthopädietechnische Versorgung – Sportler:innen-Einblicke aus der Praxis

Exemplarisch zeigte das der Vortrag „Verletzungen im Fahrradtrial und die unterschiedlichen Anforderungen bei der Einlagenversorgung“ von Sportwissenschaftler Niklas Schlimgen, stellvertretender Bereichsleiter Orthopädieschuhtechnik – Einlagentechnik, ORTEMA GmbH, Markgröningen und der Trial-Radfahrerin sowie ebenfalls Sportwissenschaftlerin Larena Hees. Beim Fahrradtrial ist insbesondere die untere Extremität starken Belastungen ausgesetzt. Larena Hees stellte ihre Krankheitsgeschichte und ihren persönlichen Weg “Return to Sports” vor, nachdem sie sich eine Fraktur der distalen Tibia (Bruch im unteren Teil des Schienbeins) zugezogen hatte. Anhand dieser Verletzung beschrieben beide gemeinsam einen Rehabilitationsweg im Leistungssport. Neben der medizinischen Basisversorgung spielte die orthopädietechnische und trainingswissenschaftliche Steuerung des Reha-Prozesses eine zentrale Rolle. Individuell angepasste Einlagen ermöglichten es, frühzeitig gezielt an Belastbarkeit und Bewegungskontrolle zu arbeiten. Zur Überprüfung der Funktionalität der Einlagen wurden Innendruckmesssohlen eingesetzt, die direkt während der sportartspezifischen Aktivität – dem Fahrradtrial – genutzt wurden. So konnten Druckverteilung, Fußführung und die Auswirkungen auf die Bewegungsqualität objektiv bewertet und in den weiteren Return-to-Sport-Prozess integriert werden. Aufbauend darauf lag aus trainingswissenschaftlicher Sicht der Fokus auf der Analyse von Kompensationsmustern in funktionellen Bewegungen sowie der Ableitung individueller Reha- und Trainingsstrategien. Zudem beleuchteten sie in ihrem Vortrag den Einsatz funktioneller und differentieller Lernansätze in Kombination mit gezielter Aufmerksamkeitssteuerung – passend zu einer Sportart, die ein hohes Maß an Variabilität, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit erfordert. Das Fazit der Vortragenden: Durch das Zusammenspiel aus Einlagenversorgung und trainingswissenschaftlicher Steuerung konnten Druckverteilung, Fußführung und Bewegungsqualität deutlich verbessert werden. In der Folge nahmen problematische Kompensationsmuster ab, während sich die Sprungleistung messbar verbesserte. Die Ergebnisse zeigen, dass präventive Interventionen in diesem Kontext nicht nur der Gesundheitsförderung und Rehabilitation dienen, sondern gleichzeitig relevante leistungsbezogene Effekte erzielen können. Gesundheit und Leistung sollten konsequent zusammengedacht werden.

Vortragsblock: Hobby-Sportler:innen versus Spitzensport

Florian Vierbaum, Geschäftsleitung – Prokurist, Orthopädieschuhtechnik | Orthopädietechnik | Sanitätshaus, SPÖRER AG, Ingolstadt stellte in seinem Vortrag „Orthopädietechnische Möglichkeiten – Versorgungsbeispiele mit Orthesen und Bandagen” einige praxisnahe Beispiele zur Versorgung von Spitzensportler:innen mit orthopädischen Hilfsmitteln, wie Orthesen, Bandagen und Walkern, vor. Er thematisierte den Einsatz von Sprunggelenkorthesen in der Rehabilitationsphase bei einem Fußballspieler sowie individuelle Lösungen, wie eine Fingerorthese aus Prepreg (= vorimprägnierter Faserverbundwerkstoff, bei dem Verstärkungsfasern, zum Beispiel Carbon, bereits mit Harz getränkt sind, das erst durch Hitze und Druck ausgehärtet wird), bei der Versorgung eines Eishockey-Profis, der sich eine Fraktur des Mittelhandknochens (Metacarpale V) zugezogen hatte.

Dr. med. Guido Laps, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Fuß- und Sprunggelenkspezialist sowie Inhaber der OAG, „Orthopädie am Gürzenich - Campus für interdisziplinäre Sportorthopädie“ (Köln) und Tobias Mrotzek, Leiter des angeschlossenen „proMotion Lab“, Labor für Bewegungsanalysen und Muskelfunktionsdiagnostik der OAG Köln, stellten in ihrem Tandem-Vortrag, getreu dem Motto „Clinic meets Biomechanic“, das sogenannte „Kölner Modell: Return to Competition“ nach Sprunggelenkverletzungen vor. Dr. med. Guido Laps unterstrich, dass die neuromuskuläre Rehabilitation bei Verstauchungen des Sprunggelenks (Sprunggelenkdistorsionen) im Sport zur Prävention chronischer Instabilität unabdingbar ist. Auch aus ärztlicher Sicht spielt, sowohl im Rahmen der konservativen als auch operativen Therapie, die Berücksichtigung und Adressierung der peronealen (= Unterschenkelmuskulatur zur seitlichen Stabilisierung des Sprunggelenks) Muskel-Sehnengruppe eine zentrale Rolle, da sie als einzig aktiv steuerbarer „Sicherheitsgurt“ dem eigentlichen Schädigungsmechanismus – dem Inversionsmoment (= Kraft, welche den Fuß nach innen kippen lässt) – entgegenwirkt. In Verbindung mit einer sportwissenschaftlichen Betreuung und messtechnischen Unterstützung können die Verläufe und Verbesserungen dieser und anderer zu Beinachsenstabilität beitragenden Muskelgruppen auch nachweislich dokumentiert werden. Als Beispiele der messtechnischen Unterstützung nannte er unter anderem Videoaufnahmen, EMG-Messungen sowie den Einsatz von Druckmessplatten, die Werte valide auswerten und einordnen können.

 

medi – ich fühl mich besser. Für das Unternehmen medi leisten am Standort Bayreuth rund 1.800 Mitarbeiter:innen (weltweit rund 3.000) einen maßgeblichen Beitrag, dass Menschen sich besser fühlen. Das Ziel ist es, Anwender:innen und Patient:innen maximale Therapieerfolge im medizinischen Bereich (medi Medical) und darüber hinaus ein einzigartiges Körpergefühl im Sport- und Fashion-Segment (CEP und ITEM m6) zu ermöglichen. Die Leistungspalette von medi Medical umfasst medizinische Kompressionsstrümpfe, adaptive Kompressionsversorgungen, Bandagen, Orthesen, Thromboseprophylaxestrümpfe, Kompressionsbekleidung, orthopädische Einlagen und digitale Gesundheitslösungen. Zudem fließt die langjährige Erfahrung im Bereich der Kompressionstechnologie auch in die Entwicklung von Sport- und Fashion-Produkten mit ein. Der Grundstein für das international erfolgreiche Unternehmen wurde 1951 in Bayreuth gelegt. Heute liefert medi mit einem Netzwerk aus Distributoren sowie eigenen Niederlassungen in über 90 Länder der Welt. www.medi.de, www.item-m6.com, www.cepsports.com

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