„Wichtig ist, dass die Kompression wie eine zweite Haut sitzt.“

Jürgen Jakob, Lymphödem-Patient

Jürgen Jakob

„Mit 13 Jahren bekam ich in den Sommerferien plötzlich hohes Fieber samt Schüttelfrost. Beide Unterschenkel und Füße wurden dick und feuerrot. Heute weiß ich, dass es ein Erysipel, eine akute Infektion, war. Wieder daheim kam ich in eine Klinik, in der die Ärzte diese Krankheit nicht kannten, sondern versuchten, mit Schmerzmitteln und einem Gartenschlauch die Wasseransammlung aus den Beinen herauszuquetschen. Doch die Schwellung blieb. Von da an trug ich jeden Tag medizinische Kompressionsstrümpfe. Erst einige Zeit später begab ich mich in eine Klinik für Lymphpatienten. Mit meinem primären Lymphödem – einem angeborenen, vererbten Lymphödem – war ich dort als Mann ein seltener Fall.
Es war keine leichte Zeit für mich: Ich traute mich nicht mehr, in kurzen Hosen herumzulaufen, Schwimm- und Sportunterricht waren ebenso eine Tortur wie der Schuhkauf. Ich schämte mich und wollte die Krankheit nicht akzeptieren. Damals gab es medizinische Kompressionsstrümpfe meist nur in Hauttönen – das dachte ich zumindest. Heute versuche ich, mich vom Lymphödem möglichst wenig einschränken zu lassen. Natürlich gibt es manchmal schlimme Phasen wie 2018, als ich erneut sechs Erysipele hatte. Doch ich bemühe mich, gesund zu leben, Reha-Maßnahmen zu absolvieren und meine Flachstrick-Kompression täglich zu tragen. Im Jahr 2011 hatte ich einen Autounfall, bei dem ich einen Patellasehnenriss erlitt. In der Folge verschlimmerte sich mein Lymphödem und dehnte sich auf den Oberschenkel aus. Deshalb trage ich links einen Oberschenkelstrumpf und rechts einen Kniestrumpf.

Ich genieße es, dass das Material meiner mediven 550 Kompression stark ist aber mir dennoch viel Freiheit im Alltag gibt – und dass es sie bunt und gemustert gibt. Diese Vielfalt macht es möglich, genau auf meine Wünsche einzugehen. Dabei ist für mich eine gute Betreuung im Sanitätshaus das A und O. Schließlich ziehe ich meine Strümpfe bereits morgens nach dem Duschen an und trage sie den ganzen Tag. Die gute Qualität ist entscheidend, damit ich mich auf meine Kompression verlassen kann: Bei täglichem Waschen und Tragen sollten die Farben lange strahlen und die Nähte halten. Wichtig ist außerdem, dass die Kompression wie eine zweite Haut sitzt, jede Bewegung mitmacht und nicht einschnürt oder verrutscht.“ 

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