Der Wickelverband

Nicht normierte Kompression

Wickeln mit elastischen Binden

Unter nicht normierter Kompression versteht man das Wickeln der Beine mit elastischen Binden.

Auch wenn das Wickeln der Beine mit dem Siegeszug der medizinischen Thromboseprophylaxestrümpfe (MTS) etwas aus der Mode gekommen ist, ist es immer dann zu empfehlen, wenn es im Einzelfall für einen Patienten nicht den passenden MTS gibt.

Benötigt der Patient einen MTS, so ist davon auszugehen, dass er entweder bettlägerig ist oder dies eine prä-, intra- oder postoperative oder -partale Thromboseprophylaxemaßnahme darstellen soll. In diesem Fall ist es sinnvoll eine Mittelzugbinde zum Wickeln der Beine zu verwenden. Mittelzugbinden weisen sowohl einen mittleren Arbeitsdruck wie auch einen mittleren Ruhedruck auf, was ja in diesem Fall im Vordergrund steht.

Wann spricht man von Ruhedruck, wann von Arbeitsdruck und was heißt das?

Der Druck wird in mmHg gemessen und wird vom elastischen Material permanent auf die Extremität ausgeübt

Ruhedruck: Ruhedruck ist der Druck, den die elastische Binde oder auch der MTS nach Abschluss eines Arbeitstaktes der Wadenmuskulatur, also im Ruhezustand des Muskels, immer noch auf diesen ausübt.

Arbeitsdruck: Arbeitsdruck ist der Druck, den die elastische Binde oder auch der MTS zu leisten vermag, wenn der Muskel z. B. beim Stehen oder Gehen, aktiv ist.

Benötigt der Patient einen Kompressionsverband, so macht es Sinn, den Patienten mit einem Unterschenkelverband nach Pütter zu versorgen, der mit einer Kurzzugbinde gewickelt wird.

Ein mit einer Kurzzugbinde gut gewickelter Kompressionsverband dürfte in den Druckwerten zwischen den Kompressionsklassen 1 und 2 anzusiedeln sein. Es wird ein hoher Arbeitsdruck und so gut wie kein Ruhedruck erreicht. Es wird der venöse Ausstrom gut beschleunigt, so dass ein Wickeln der Beine bis zur Kniekehle als ausreichend erachtet wird.

Allerdings ist beim Wickeln darauf zu achten, dass der Druck vom Fesselbereich (18mmHg) bis zur Kniekehle oder zum Oberschenkel kontinuierlich abnimmt. Ansonsten kommt es zu Stauungen und Einschnürungen an der gewickelten Extremität und somit eher zu einer Thromboseförderung als zu einer Prophylaxe.

Alternative zum Wickelverband

Eine Alternative zum Kompressionswickelverband könnten die Strumpfverbände mediven struva 23 und 35, mit einem Kompressionsdruck im Fesselbereich von 23 mmHg bzw. 35 mmHg, von medi darstellen. Sie können in der direkten postoperativen Versorgung zur Anwendung kommen, z. B. nach venenchirurgischen Eingriffen.

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