Übungen für das Krankenbett

Die Wadenmuskelpumpe aktivieren

Damit das Blut in den Beinen schon im Krankenzimmer wieder in Schwung kommt

Fußwippen:

Zehenspitzen abwechselnd zur Nasenspitze (cranial) hochziehen - einige Sekunden halten und dann weit nach vorne, in Richtung Bettende ausstrecken.

Einkrallen:

Zehen im Wechsel einkrallen, einige Sekunden halten und dann auseinander spreizen. Diese Übung ist besonders gut für Patienten geeignet, die noch wenig Kraft und Bewegungsfähigkeit besitzen.

Radfahren:

Hierzu muss sich der Patient körperlich schon relativ gut fühlen. Radfahren kann sowohl mit dem Bettfahrrad als auch mit einem gedachten Fahrrad durchgeführt werden. Der Patient wird hierfür aufgefordert, in Rückenlage liegend in der Luft auf imaginäre Pedale zu treten.

Bettfahrrad:

Ist ein entsprechendes Gerät vorhanden, liegt auch hier der Patient in Rückenlage mit erhobenen Beinen und führt auf einem Kurbelgerät mit Pedalen ähnlich dem Radfahren Tretbewegungen aus.

Nur nach Absprache mit dem Arzt dürfen diese Maßnahmen bei Hüft- und Wirbelsäulenerkrankungen angewandt werden.

Fußsohlendruck oder Antithrombosebeutel:

Beim normalen Gehen werden zwei verschiedene Mechanismen, die das Blut zum Herzen befördern, aktiviert: Die aktive Muskelpumpe und der passive Fußsohlendruck durch die Gewichtsbelastung. Dieses Prinzip kann sich der bettlägerige Patient mit dem "Antithrombosebeutel" zu Nutze machen.

Zum Bau eines Antithrombosebeutels werden von zwei Sekretauffangbeuteln die Zulaufschläuche abgeschnitten. Einer der Beutel wird aufgeblasen und über ein Zwischenstück mit dem zweiten, leeren Beutel verbunden und mit Klebeband so fixiert, dass die Luft nicht entweichen kann. Diese Konstruktion wird am Fußende des Bettes befestigt.

Der Patient wird dazu aufgefordert, durch Gegentreten die Luft aus dem einen in den anderen Beutel zu befördern.

Achtung: Diese Maßnahme ist für Patienten mit spastischer Muskeltonuserhöhung nicht geeignet!

Das gleiche Wirkungsprinzip besitzt das A-V Impulse System der Firma Medical Technologie. Dieses System ist besonders interessant für Patienten, die mit einem (Unterschenkel)Gipsverband ruhiggestellt werden müssen. Eine spezielle Gipsmanschette wird unter die Fußsohle plaziert und mit eingegipst, der herausgleitete Schlauch kann an das Steuergerät angeschlossen werden.

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