Der medi Rehab one als postoperative Maßnahme nach Kompartmentsyndrom

Interview mit DSV-Biathletin Karolin Horchler

K. Horchler: Kompartmentsyndrom

„Der Reiz am Biathlon? Der schnelle Wechsel zwischen Power und Konzentration“

Mit fünf Jahren eiferte sie ihrer großen Schwester nach und stand zum ersten Mal auf Skiern – damals noch im Langlauf. Heute reizt sie der schnelle Wechsel zwischen Laufen und Schießen. Die 31-jährige Karolin Horchler gehört zum DSV-Kader der Biathletinnen. Besonders wichtig als Leistungssportlerin: zu jedem Zeitpunkt 100 Prozent Power geben. Doch andauernde Schienbein-Probleme standen Karolin oft im Weg. Ihre Optionen: entweder aufhören oder sich ärztliche Hilfe holen. Sie entschied sich dafür, weiterzumachen und infolgedessen Operationen an beiden Schienbeinen. Jetzt will Karolin wieder voll durchstarten. Der verlässliche Begleiter während ihrer Rehabilitation? Der medizinische Kompressionsstrumpf medi Rehab one. Ob während der Therapieübungen, zur Sporteinheit oder in der Pause – er unterstützt sie, wann immer es nötig ist, und gibt ihr dabei ein sicheres Gefühl.

Karolin, kurz nach Ende der Biathlon-Saison 2019 / 2020 wurdest du am Schienbein operiert. Wie kam es dazu?

„Ich habe bereits seit vielen Jahren Schienbein-Probleme – vor allem bei schwierigen Bedingungen, das heißt Weltcup-Stationen mit Kunstschnee. Mein Muskel schließt sich dann, ich kann den Fuß nicht mehr heben und den Ski nicht mehr richtig setzen. Beinahe musste ich die Verfolgung im finnischen Kontiolahti abbrechen. Ich habe deswegen nach Ende der Saison Kontakt zu den Spezialisten des Dresdner Universitätszentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie aufgenommen. Dann ging alles ganz schnell, ich war Akutpatientin. Nach einigen Tests wurde das Kompartmentsyndrom diagnostiziert. Schon am nächsten Tag folgte die Operation.“

Diagnose Kompartmentsyndrom – was bedeutet das genau bei dir?

„Die Hülle des Muskels ist die Faszie. Wenn der Muskel arbeitet, wird er größer. Bei mir war jedoch die Faszie zu eng, das heißt zwischen Faszie und Muskel gab es keinen Spielraum mehr. Es entstand ein starker Druck, wodurch mein Muskel nicht mehr richtig versorgt werden konnte. In Folge kam es zu Lähmungserscheinungen und einem extremen Druckgefühl. Das war im Winter so schlimm, dass meine Schienbeine komplett geschwollen waren und ich teilweise kein Gefühl mehr in den Beinen hatte.“

Wie ging es dir nach der Operation?

„In der ersten Nacht und am ersten Tag nach der Operation durfte ich nicht aufstehen, danach konnte ich die leicht angeschwollenen Beine wieder leicht belasten. Nach zwei Tagen wurde ich bereits entlassen. Äußerlich hatte ich je eine vier Zentimeter lange Narbe, innerlich eine sehr große Verletzung – an beiden Schienbeinen wurden vom Sprunggelenk bis zum Knie meine Faszien gespalten. Deswegen hieß es zwei Wochen lang: Füße hochlegen und schonen. Da ich normalerweise nach der Saison Urlaub mache, fühlte sich zumindest die Ruhephase ähnlich an.“

Therapie statt Training: Wie sah dein Alltag aus?

„Aufgrund der Kontaktbeschränkungen durch Corona habe ich viele Übungen eigenverantwortlich gemacht, hatte jedoch bei Fragen einen Therapeuten an meiner Seite. Zu Beginn standen manuelle Lymphdrainage und leichte Übungen auf dem Plan. Nach vier Wochen wurde es dann sportlicher – ich konnte wieder mit Joggen, Nordic Walking, Radfahren und verschiedenen Stabilisierungsübungen starten. Nach sechs Wochen hieß es endlich „Feuer frei“ – ich durfte wieder die Skiroller anschnallen, das war großartig! Mittlerweile trainieren wir viele Stunden, auch mit Intensitäten.“

Wie trägt der medizinische Kompressionsstrumpf medi Rehab one zu deiner Rehabilitation bei?

„Ich habe den Rehab one bereits kurz nach meiner Operation zur Ödemreduktion erhalten, denn meine Beine waren leicht geschwollen. Durch den medizinischen Kompressionsstrumpf wurde meine Schwellung in den Beinen reduziert, wodurch ich schneller mit den Rehamaßnahmen starten konnte. Mittlerweile trage ich den Rehab one während des Roller-Trainings – als kurze Kniestrumpf-Variante. Wenn die Belastung während des Trainings besonders hoch ist, lasse ich ihn auch in der Mittagspause an, um Schwellungen zu lindern oder bestenfalls ganz vorzubeugen.“

Du trägst den medi Rehab one also zu jeder Tageszeit?

„Genau! Es kommt ganz darauf an, wie mein Tag war – nach sechs Stunden Gas geben, habe ich noch viel Wasser in den Beinen und brauche den Rehab one einfach zur Rehabilitation. Er sorgt dafür, dass die Schwellung reduziert wird, sich meine Beine leichter anfühlen und ich im Training weiter durchstarten kann.“

Was ist dir bei einem medizinischen Hilfsmittel wichtig und was gefällt dir am medi Rehab one besonders gut?

„Ganz klar: die Haptik. Mir ist es besonders wichtig, wie sich ein medizinisches Hilfsmittel anfühlt. Beim Rehab one gefällt mir das Material sehr gut – es ist super angenehm und vereinfacht das Anziehen. Auch der Merino-Plüsch im Mittelfußbereich ist sehr weich. Der Rehab one unterscheidet sich noch einmal von den anderen Kompressionsprodukten, die ich von medi und CEP getragen habe. Ich spüre den medizinisch wirksamen Druck, der von unten nach oben verläuft. Dabei fühlt er sich sehr weich an und dennoch weiß ich: Er macht seinen Job sehr gut, ich kann mich auf ihn verlassen.“

Wie wichtig ist für dich das Design eines medizinischen Hilfsmittels?

„Funktion ist für mich das allerwichtigste. Obwohl ich sonst eher schlichte Farben wie Schwarz mag, gefällt mir der Rehab one auch optisch. Zumal er gut zu meinen grünen Rollerschuhen passt.“

Du bist schon seit mehreren Jahren Kompressionsträgerin. Was magst du an Kompression und zu welchem Zweck trägst du sie?

„Der Rehab one ist mein erster medizinischer Kompressionsstrumpf nach einer Operation. Zum Trainieren habe ich zuvor die Laufsocken von CEP für meine Roller- und Laufeinheiten getragen. Besonders auf Reisen schätze ich Kompression.“

Seit 25 Jahren bist du weltweit auf Wettkämpfen unterwegs. Was war der beste Moment deiner bisherigen Karriere?

„Es gab sehr viele richtig schöne Momente – das Highlight war in der letzten Saison meine erste WM-Medaille. Ich habe mit den Mädels Silber in der Damenstaffel gewonnen. Das war eine großartige Belohnung – nicht nur für die Saisonvorbereitung, sondern für 25 Jahre im Leistungssport – mit allen Höhen und Tiefen.“

Biathlon nimmt viel Zeit in Anspruch. Hast du dennoch weitere Hobbies?

„Das Coole am Biathlon ist, dass ich viele Freizeitaktivitäten gleichzeitig als Training nutzen kann. Ich wandere gern und kann das mit einer Trainingseinheit kombinieren. Als Leistungssportlerin besteht mein ganzer Tag aus Biathlon. Wenn ich mal ein bisschen Pause habe, versuche ich abzuschalten, einen freien Abend zu verbringen oder die Zeit mit Familie und Freunden zu genießen.“

Leistungssport bedeutet viel Engagement, Wille und Leidenschaft. Wie motivierst du dich täglich?

„Ich muss mich eigentlich gar nicht motivieren. Allein, dass Biathlon mein Job ist und ich es so weit geschafft habe, motiviert mich enorm. Ich habe immer noch Stellschrauben, die ich feiner justieren möchte. Dabei fordere ich meinen Körper jeden Tag aufs Neue. Wie hoch meine Motivation ist, zeigt auch, dass ich meine Schienbein-Probleme angegangen bin. Ich habe jahrelang versucht, diese mit Physio oder Schuh- und Skiwechseln in den Griff zu bekommen. Jetzt hatte ich zwei Optionen: aufhören oder etwas unternehmen, um wieder 100 Prozent geben zu können. Für einen normalen Alltag wäre die Operation nicht notwendig gewesen, hier hatte ich keine Beschwerden. Das zeigt also, wie wichtig mir der Biathlonsport ist und wie viel ich auch noch in den kommenden Jahren geben möchte.“

Liebe Karolin, dafür wünschen wir dir viel Erfolg und weiterhin gute Besserung! Vielen Dank für das Interview!