11. meeting Phlebologie & Lymphologie

Perspektiven für die Zukunft

meeting Fleesensee Prof. Dr. Lulay - meeting Fleesensee Prof. Dr. Lulay

Interdisziplinär, wissenschaftlich und auf Augenhöhe mit allen Teilnehmern

Vom 30. Juni bis 2. Juli fand das 11. meeting Phlebologie & Lymphologie am Fleesensee in Göhren-Lebbin statt. Im besonderen Ambiente kamen Fachhändler, Therapeuten und Ärzte zusammen, um sich über topaktuelle Themen aus den Bereichen Phlebologie und Lymphologie auszutauschen. Veranstaltet wurde der Kongress von der Nowecor AG, unterstützt durch medi.

Prof. Dr. med. Gerd Rudolf Lulay führte durch das Programm

Seminarleiter Prof. Dr. med. Gerd Rudolf Lulay führte wie schon in den vergangenen Jahren durch das abwechslungsreiche Programm und leitete die Diskussionsrunden. 19 Vorträge von hochkarätigen Referenten und drei Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten boten den 115 Teilnehmern wertvolle Inhalte.

Topaktuelle Themen der Phlebologie und Lymphologie

Prof. Dr. med. Eberhard Rabe, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Bonn, stellte einen europäischen Konsensus zur aktuellen Evidenzlage der Kompressionstherapie vor. So erwähnte er unter anderem, dass heute mehrere Studien zeigen, dass die venösen Symptome auf die Kompressionstherapie sehr gut ansprechen. Daher glaubt er, dass zukünftig die Verbesserung der venösen Symptome eine wichtige Indikation der Kompressionstherapie sein wird. Prof. Dr. Rabe betonte, wie wichtig es sei, die venösen Beschwerden, die die Lebensqualität der Patienten besonders beeinträchtigen, zu verbessern. Die Kompressionstherapie sei dazu sehr gut in der Lage.

Ernährung bei Ödem und Adipositas

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Besonderes Interesse galt auch dem Vortrag von Dr. med. Gabriele Faerber, Fachärztin für Allgemeinmedizin am Zentrum für Gefäßmedizin GbR in Hamburg, zum Thema „Ernährung bei Ödem und Adipositas“. Sie betonte, dass über 50 Prozent der Lipödempatientinnen adipös sind. Darüber hinaus sei die Adipositas die häufigste Ursache für die Entstehung eines sekundären Lymphödems. Dr. Faerber stellte klar, dass eine Liposuktion keine Methode für eine Gewichtsreduktion ist. Stattdessen lieferte sie Argumente für eine langfristige Ernährungstherapie. Eine geeignete Ernährung müsse den Insulinspiegel senken und entzündungshemmend wirken, zum Beispiel eine sehr kohlenhydratarme (ketogene) Ernährung oder intermittierendes Fasten.

Im Fokus: Patientenaufklärung und Hilfe zur Selbsthilfe

Lymphödem Beratung - Lymphödem Beratung

 

Einen Einblick in die Sichtweise der Physiotherapeuten lieferte Klaus Zickert, Leitender Physio- und Lymphtherapeut im Lymphzentrum Nord-West am Pius-Hospital Ochtrup. Er erwähnte, dass im Pius-Hospital neben einer schnelleren Einweisung und einer optimalen Behandlung der Lymphpatienten auch deren Aufklärung und die Hilfe zur Selbsthilfe im Fokus stehen. Das Ziel sei eine bessere und nachhaltige Versorgung. Diese könne erreicht werden, wenn jemand vor Ort ist, der sich um den Patienten nach dessen Entlassung kümmert. „Wir suchen daher für unsere Patienten nach Ärzten in ihrer Region, die im lymphologischen Bereich praktizieren, nach Lymphtherapeuten, die fachgerecht behandeln, aber auch nach Selbsthilfegruppen und Ernährungsberatern“, so Zickert. Darüber hinaus wandte er sich an die Vertreter der Sanitätshäuser: „Es ist besonders wichtig, dass die Kompressionsstrümpfe bei den Patienten richtig angemessen werden und passen. Um Mitarbeiter hierfür zu qualifizieren, eignen sich die Lymphzertifizierungskurse der verschiedenen Strumpfhersteller, zum Beispiel die hervorragenden Seminare von medi.“

Zukunftsperspektiven für die Lymphologie

Dr. med. Anya Miller, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Lymphologie (DGL) sowie Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, die hautexperten in Berlin, stellte Zukunftsperspektiven für die Lymphologie vor. So wünscht sie sich beispielsweise eine Integration der Basiskenntnisse in fast alle Facharztausbildungen. Behandelnde Physiotherapeuten sollten eine Zusatzqualifikation für die Behandlung der Phase 1 – der Entstauung mit manueller Lymphdrainage und Bandage – bekommen und Fortbildungsnachweise führen. An die Sanitätshäuser appellierte sie, Passformkontrollen durchzuführen und Anziehhilfen zu erläutern. Zudem sollten Sanitätshäuser eng mit den Ärzten und Physiotherapeuten zusammenarbeiten.

Neuer Berufszweig im medizinischen Dienst

Neuer Berufszweig Physician Assistant - Neuer Berufszweig Physician Assistant

 

Der Beruf Physician Assistant ist noch sehr neu in Deutschland. Angela Kühnapfel, selbst Physician Assistant am Pius-Hospital Ochtrup, stellte ihn den Teilnehmern mit all seinen Facetten vor. Sie verwies explizit darauf, dass diese Berufsgruppe Ärzte in erster Linie unterstützen und entlasten soll. In Deutschland übernehmen Physician Assistants ausschließlich ärztlich delegierte Aufgaben, das sogenannte „Delegationsmodell“ hatte der 120. Deutsche Ärztetag in Freiburg befürwortet. Als wichtigste Aufgaben eines Physician Assistant nannte Kühnapfel zum Beispiel die Patientenaufnahme und Voranamnese, das Assistieren bei operativen Eingriffen, die Koordination des Stationsablaufes sowie das Schreiben von Arzt- und Entlassbriefen. Darüber hinaus unterstützen Physician Assistants bei Visiten, indem sie sie vor- und nachbereiten, Gefäßzugänge legen und Patienten die verordnete Medikation verabreichen. Sie können auch eine orientierende Sonographie- und EKG-Vorbefundung erstellen.

Praxisnahe Workshops

Neben den vielseitigen Vorträgen und Diskussionen bot das 11. meeting Phlebologie & Lymphologie praxisnahe Workshops zu Themen wie angiologische Messsysteme und Flachstrickversorgung. Im Workshop „Innovative Wundkonzepte in der Therapie chronischer Wunden“ konnten sich die Teilnehmer selbst davon überzeugen, wie einfach und schnell die adaptive Kompressionsversorgung circaid juxtacures von medi anzulegen ist.

Das sagen der Seminarleiter, die Referenten und Teilnehmer

Auch beim 11. meeting Phlebologie & Lymphologie begeisterte der interdisziplinäre Austausch zwischen Ärzten, Therapeuten, Sanitätshäusern sowie Selbsthilfegruppen.

Seminarleiter Prof. Dr. med. Gerd Rudolf Lulay, Chefarzt, Gefäß- und Endovaskularchirurgie, Phlebologie, Gefäß- und Lymphzentrum Nord-West am Mathias-Spital Rheine:

Seminarleiter Prof. Dr. med. Gerd Rudolf Lulay - Seminarleiter Prof. Dr. med. Gerd Rudolf Lulay

„Dieses Meeting hat sich bundesweit zu einer Marke entwickelt und ist in der Form, wie es die Bereiche Phlebologie und Lymphologie verbindet, einzigartig. In diesem Jahr war für mich der breite Themenmix das Highlight. Die Referenten sprachen auch Themen an, bei denen noch mehr Aufklärung betrieben werden könnte. Ich freue mich daher auf das 1. Meeting Phlebologie und Sportorthopädie für Allgemeinarzt-Praxen, das vom 24. bis 25. November in Düsseldorf stattfindet. Dort können wir einzelne Aspekte weiter beleuchten, zum Beispiel im Bereich der Therapieumsetzung.“

Dr. med. Anya Miller, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Lymphologie (DGL) sowie Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, die hautexperten in Berlin:

„Wir sind nur erfolgreich, wenn alle in der Versorgungskette ihre Erfahrungen einbringen, also Ärzte, Physiotherapeuten und auch die Sanitätshäuser. Der Vorteil dieses Kongresses ist, dass die Teilnehmer und Referenten viel Zeit haben, um miteinander zu reden und auch zu diskutieren. Das ist sehr produktiv.“

Angela Kühnapfel, Physician Assistant am Pius-Hospital Ochtrup:

„In den Diskussionsrunden wurden verschiedene Ansichten deutlich. Mir hat gefallen, dass dennoch die Kommunikation zwischen den verschiedenen Teilnehmergruppen jederzeit auf Augenhöhe verlief. Spannend fand ich vor allem die lymphologischen Themen, aber die Vorträge aus dem Bereich Phlebologie waren ebenfalls sehr informativ und wertvoll, um mich weiterzubilden. Das Highlight war für mich der Vortrag von Dr. med. Gabriele Faerber, da sie einen Einblick zu Adipositas in der Lymphologie gab und interessante Details für eine Ernährungstherapie nannte.“

Klaus Zickert, Leitender Physio- und Lymphtherapeut im Lymphzentrum Nord-West am Pius-Hospital Ochtrup:

„Es ist ein hervorragender Kongress, da die Möglichkeit besteht, neue Kontakte zu knüpfen und schon vorhandene zu pflegen. Vor allem in der Lymphologie ist das wichtig, denn sie ist immer noch ein Stiefkind der Medizin. Da gibt es noch viel zu tun. Die Lymphologie lebt von dem interdisziplinären Austausch, wie er bei diesem Kongress jedes Jahr aufs Neue stattfindet. Mir hat besonders der Festvortrag zur Gefäßmedizin im Wandel der Zeit von Prof. Dr. med. Karl-Heinz Orend gefallen.“

Dieter Schindeler, Geschäftsführer MPM Mittelpunkt Mensch GmbH, Hamburg:

„Die Atmosphäre war sehr angenehm. Hier wurden Netzwerke für die Zukunft geknüpft und es war interessant zu hören, vor welchen Herausforderungen Ärzte und Therapeuten stehen.“

Lene Schindeler, Geschäftsführerin MPM Mittelpunkt Mensch GmbH, Hamburg:

„Bei diesem Kongress wurde ersichtlich, dass Arzt, Therapeut und Sanitätshaus eng zusammenarbeiten müssen, um den Patienten optimal zu versorgen. Dieser sollte immer im Mittelpunkt stehen. Die Erkenntnisse, die wir bei dem Kongress gewonnen haben, zum Beispiel auch zur Diagnostik, geben wir an unsere Patienten weiter.“

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