Schwangerschaft

20 Prozent mehr Blut im Körper

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Schwangerschaft

Bei etwa der Hälfte aller Frauen bilden sich in der ersten Schwangerschaft Krampfadern. In der zweiten Schwangerschaft sind davon noch mehr Frauen betroffen.

Und auch das Risiko eines Venenverschlusses steigt: Im Vergleich zu Nicht-Schwangeren haben Schwangere ein drei- bis fünfmal höheres Thromboserisiko. Bis zu sechs Wochen nach der Geburt des Babies steigt dieses Risiko sogar noch weiter an – insbesondere nach einem Kaiserschnitt oder bei großen Blutverlusten.

Ursachen für die erhöhte Anfälligkeit für Venenleiden sind die Hormonumstellung und die Zunahme der Blutmenge - um etwa 20 Prozent schon zu Beginn der Schwangerschaft. Auch die Gewichtszunahme erhöht den Druck auf die Beinvenen. Die wachsende Gebärmutter und das Köpfchen des Babies drücken zudem im Beckenbereich auf die Venen und behindern den Blutfluss in Richtung Herz. Je größer der Babybauch wird, umso schwerfälliger und unbeweglicher wird man. So wird auch die Wadenmuskelpumpe weniger aktiviert.

Auch bei Frauen, bei denen sich bislang keinerlei Zeichen auf eine Venenschwäche zeigte, kann diese Mehrbelastung Folgen haben. Die Beine schwellen an, und es bilden sich so genannte Schwangerschafts-Krampfadern, die oft, aber nicht immer, nach der Geburt des Kindes wieder verschwinden. Gerade bei Frauen, die zusätzliche Risikofaktoren tragen – z. B. eine ererbte Bindegewebsschwäche oder Übergewicht – steht eine Schwangerschaft nicht selten am Beginn einer ständigen Venenerkrankung.

Mit Kompression vorbeugen

Mit dem Tragen von Kompressionsstrümpfen kann Venenleiden in der Schwangerschaft vorgebeugt werden. Es genügt hierbei die Kompressionsklasse 1. Bei bereits bestehenden Venenproblemen oder starken Wassereinlagerungen kann auch die Kompressionsklasse 2 zum Einsatz kommen. Die Strümpfe sollten vom dritten Schwangerschaftsmonat bis zwei Monate nach Entbindung oder bis zum Ende der Stillzeit getragen werden.

In Krankenhaus oder Geburtsklinik werden darüber hinaus vorbeugende Maßnahmen gegen eine Thrombose ergriffen, falls nötig. Diese bestehen aus speziellen Kompressionsstrümpfen - den Thromboseprophylaxestrümpfen-, Gymnastik und eventuell auch einer Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten. Bei Hausgeburten oder ambulanten Entbindungen sollten Sie frühzeitig mit Ihrem Arzt über eventuelle Vorsichtsmaßnahmen sprechen.

Dicke Beine während der Schwangerschaft könnten auch Anzeichen für das Hellp-Syndrom oder Präeklampsie sein. Bitte halten Sie auf jeden Fall Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.

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medi Tipp

Basistherapie bei Venenbeschwerden sind medizinische Kompressionsstrümpfe

Diese werden bei Notwendigkeit vom Arzt verordnet und im medizinischen Fachhandel (z.B. Sanitätshaus) individuell angemessen.

Achtung: Lesen Sie hier, warum Stützstrümpfe keine medizinischen Kompressionsstrümpfe sind.