Medikamentöse Behandlung

Entscheidender Bestandteil der Therapie

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Da bei jedem fünften Patienten ein weiterer Knochenbruch innerhalb von zwölf Monaten nach dem ersten Bruch eintritt, muss schnell gehandelt werden.

Die folgenden Medikamentengruppen werden bei der Behandlung von Knochenschwund eingesetzt:

  • Kalzium und Vitamin D
    sind die Basis zur Behandlung und Vorbeugung. Kalzium bildet den Hauptteil der mineralischen Knochensubstanz. Vitamin D fördert die Kalziumaufnahme aus der Nahrung, unterstützt den Einbau von Kalzium in Knochen und verbessert die Muskelfunktion.
  • Bisphosphonate
    hemmen die für den Knochenabbau verantwortlichen Zellen. Der Knochenabbau wird verlangsamt, die Knochenmasse nimmt zu. Hierdurch kann eine deutliche Senkung des Risikos für weitere Brüche an Wirbelsäule und Gliedmaßen erzielt werden.
  • Selektive-Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERM)
    Die häufigste Ursache für Osteoporose bei Frauen ist das Fehlen des Hormons Östrogen nach den Wechseljahren. Fehlt Östrogen, beginnt ein gesteigerter Abbau von Knochenmasse. Östrogene können daher zwar den weiteren Knochenabbau verhindern, erhöhen jedoch gleichzeitig das Risiko für Brustkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und werden deshalb zur Behandlung der Osteoporose nicht empfohlen. Östrogen-Rezeptor-Modulatoren wirken auf die Östrogenbindungsstellen im Knochen, nicht aber auf jene von Brust und Gebärmutter und können deshalb zur Behandlung eingesetzt werden.
  • Calcitonin
    ist ein in der Schilddrüse gebildetes Hormon. Es vermindert die Freisetzung von Kalzium und Phosphat aus der Knochenmasse. Gleichzeitig regt es eine erhöhte Einlagerung der beiden Stoffe in die Knochen an. Es wirkt ähnlich wie die Hormonersatztherapie mit Östrogenen, weshalb es in Fällen, in denen die Östrogentherapie nicht angebracht ist, auch als Ersatz verwendet wird. Zudem kommt der Wirkstoff bei Männern zum Einsatz.
  • Schmerzmittel
    Brüche verursachen Schmerzen. Besonders die bei Osteoporose häufig auftretenden Wirbelkörperbrüche schränken die Beweglichkeit ein. Deshalb muss zunächst der Schmerz mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden. Rückenorthesen unterstützen die medikamentöse Schmerztherapie durch eine Entlastung der betroffenen Wirbelkörper.
  • Fluoride
    werden schon lange in der Osteoporosetherapie eingesetzt. Sie reichern sich in der Knochenmasse an und führen so zu einer höheren Knochendichte, in der Wirbelsäule stärker als in anderen Knochen. Eine Behandlung mit Fluoriden sollte nicht länger als drei Jahre durchgeführt werden.

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