Zahlen und Fakten

... zu Phantomschmerzen

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Fast 80 Prozent

... aller Amputierten sind vom Phantomschmerz betroffen.

Laut einer bundesweiten Erhebung leidet die Mehrheit der Amputierten unter Phantomschmerzen.*

Diese bundesweite Großumfrage, initiiert von Dr. med. Uwe Kern vom Schmerz- und Palliativzentrum Wiesbaden ergab, dass ca. 75 % der Amputierten unter Phantomschmerzen, d. h. Schmerzen in nicht mehr vorhandenen Körperteilen, leiden. 537 Amputierte nahmen an der europaweit einzigartigen Erhebung teil und schilderten anhand eines 62 Fragen umfassenden Fragebogens ihre Schmerzerfahrungen.

Auf einer Schmerzskala von 1 bis 10 (10 = stärkster Schmerz) lagen die Angaben der Befragten meist zwischen der Stärke 5 und 8. Knapp 2/3 der Befragten litten unter Schlafstörungen. Zudem ist ein Einfluss der Phantomschmerzbelastung auf die Akzeptanz und Nutzung der Prothesen möglich.

Der Anteil der empfundenen Schmerzarten an allen Nennungen betrug:

  • Brennen: 13,6 %
  • Kribbeln: 20,4 %
  • Krampfen: 15,3 %
  • elektrische Schläge: 21,0 %
  • Messerstiche: 23,4 %
  • Sonstiges: 6,3 %

Je stärker die Schmerzen unmittelbar vor der Amputation – desto stärker die Phantomschmerzen. Patienten, die vor der Amputation schmerzfrei waren, hatten zu 79,5 Prozent Phantomschmerzen, Betroffene mit chronischen Schmerzen zu 84,75 Prozent. Menschen, die auch in den letzten Tagen vor der Amputation Schmerzen erlitten, leiden sogar zu 95,7 Prozent unter Phantomschmerzen.

„In dieser ersten und unseres Wissens nach größten bundesweiten Erhebung sollte die Bedeutung dieses Problems in Deutschland überprüft werden“ erläuterte Dr. Kern Anlass und Methode der Erhebung. Die Zielsetzung der Großumfrage war es, die Erfahrungen Betroffener zu nutzen, um neue Wege zur Behandlung und Bewältigung von Phantomschmerzen zu erschließen und den Entwicklungsfortschritt voranzutreiben.

* Prävalenz und Risikofaktoren von Phantomschmerzen und Phantomwahrnehmungen in Deutschland, U. Kern, V. Busch, M. Rockland, M. Kohl, F. Birklein, Schmerz- und Palliativzentrum, Wiesbaden 2007.

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