Mobilitätsklassen

Grundlagen Beinprothetik

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Mobilitätsklasse I: Innenbereichsgeher

Der Patient besitzt die Fähigkeit oder das Potenzial, eine Prothese für Transferzwecke oder zur Fortbewegung auf ebenen Böden mit geringer Gehgeschwindigkeit zu nutzen. Gehdauer und Gehstrecke sind aufgrund seines Zustandes stark limitiert.

Therapieziel:

Wiederherstellung der Stehfähigkeit und der auf den Innenbereich limitierten Gehfähigkeit.

Kriterien:

  • reduzierter Allgemeinzustand
  • schwacher muskulärer Gesamtstatus
  • sehr eingeschränkte Muskelaktivität
  • ängstlicher Patient
  • arteriosklerose
  • verminderte Sehleistung
  • sichere Dauerversorgung
  • besonders hoch ausgeprägter Sicherheitsanspruch
  • Gehdauer und Gehstrecke aufgrund des Zustandes stark limitiert
  • sehr geringe Aktivität

Mobilitätsklasse II: Eingeschränkter Außenbereichsgeher

Der Patient besitzt die Fähigkeit oder das Potenzial, sich mit einer Prothese mit geringer Gehgeschwindigkeit fortzubewegen und dabei niedrige Umwelthindernisse wie Bordsteine, einzelne Stufen oder unebene Böden zu überwinden. Gehdauer und Gehstrecke sind aufgrund seines Zustandes limitiert.

Therapieziel:

Wiederherstellung der Stehfähigkeit, der im Innen- und  Außenbereich limitierten Gehfähigkeit.

Kriterien:

  • durchschnittlich bis guter Allgemeinzustand
  • schwacher bis durchschnittlicher muskulärer Gesamtstatus
  • eingeschränkte Muskelaktivität
  • normale psychische Verfassung
  • Dauerversorgung
  • Gehdauer und Gehstrecke aufgrund des Zustandes stark limitiert
  • hoher Sicherheitsanspruch
  • niedrige Umwelthindernisse wie Bordsteine, einzelne Stufen oder unebene Boden überwindbar
  • durchschnittlicher Aktivitätsgrad
  • langsame, gleich bleibende Gehschwierigkeit

Mobilitätsklasse III: Uneingeschränkter Außenbereichsgeher

Der Patient besitzt die Fähigkeit oder das Potenzial, sich mit einer Prothese mit mittlerer bis hoher, auch veränderlicher Gehgeschwindigkeit fortzubewegen und dabei die meisten Umwelthindernisse zu überwinden. Er besitzt außerdem die Fähigkeit, sich im freien Gelände zu bewegen, und kann berufliche, therapeutische und andere Aktivitäten ausüben, die die Prothese nicht überdurchschnittlicher Beanspruchung aussetzt. Gegebenenfalls besteht ein erhöhter Sicherheitsbedarf aufgrund von Sekundärbedingungen (zusätzliche Behinderung, besondere Lebensbedingungen) in Verbindung mit einem mittleren bis hohen Mobilitätsanspruch. Gehdauer und Gehstrecke sind im Vergleich zum Nicht-Amputierten nur unwesentlich limitiert.

Therapieziel:

Wiederherstellung der Stehfähigkeit, der im Innenbereich nicht und im Außenbereich nur unwesentlich limitierten Gehfähigkeit.

Kriterien:

  • guter bis sehr guter Allgemeinzustand
  • durchschnittlicher bis guter muskulärer Gesamtstatus
  • belastbarer Stumpf
  • gute psychische Verfassung
  • aktiv in Beruf, Haushalt und Freizeit
  • höherer Aktivitätsgrad
  • wechselnde Gehgeschwindigkeiten

Mobilitätsklasse IV: Uneingeschränkter Außenbereichsgeher mit besonders hohen Ansprüchen

Der Patient besitzt die Fähigkeit oder das Potenzial, sich mit einer Prothese wie der uneingeschränkte Außenbereichsgeher fortzubewegen. Zusätzlich können aufgrund der hohen funktionellen Anforderungen hohe Stoßbelastungen, Spannungen etc. auftreten. Gehdauer und Gehstrecke sind nicht limitiert.

Therapieziel:

Wiederherstellung der Stehfähigkeit, der im Innenbereich und im Außenbereich unlimitierten Gehfähigkeit.

Kriterien:

  • sehr guter Allgemeinzustand
  • guter bis sehr guter muskulärer Gesamtstatus
  • sehr gute psychische Verfassung
  • sehr hohe Ansprüche in Beruf, Haushalt und Freizeit
  • sehr hoher Aktivitätsgrad
  • wechselnde Gehgeschwindigkeiten